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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 35

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 35 (sequence 46)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Chajes etwas getan, dessen Tragweite wir selbst kaum absehen, daß wir nämlich ohne äußeren Zwang, nur aus innerer Ueberzeugung heraus, die hebräische Sprache wieder lebendig gemacht haben. Ich weiß nicht, ob Sie sich die Bedeutung dieser Tatsache richtig klar machen können. Verstehen Sie wohl, seit zweitausend Jahren wurde diese Sprache vom Volke nicht mehr gesprochen und der Aufbau Palästinas wäre möglich gewesen, ohne daß man das ungeheure Opfer gebracht hätte, sprachlich umzulernen. Und nur aus der Ueberzeugung, daß wir den W e g z u unserem Genius nicht werden finden können, wenn wir nicht die Sprache sprechen, die die Schöpfer unserer Kultur gesprochen haben, und nur weil wir verstehen, daß die Sprache das vornehmste Instrument des Geistes ist, haben wir den Weg zum Hebräischen gewählt, fast gegen das äußere Interesse. Wie viel leichter wäre es für die Juden, die nach Palästina kommen, in einer ihnen geläufigen Sprache zu sprechen! Nur aus jener Ueberzeugung und nur aus innerem Zwange heraus haben wir uns entschlossen, zu unserer Sprache zurückzukehren, und versucht, sie wieder lebendig zu machen; und dieser Versuch ist uns gelungen. Und wenn uns das gelungen ist, so gibt es im Aufbau unserer Heimat nichts, was uns nicht gelingen kann. Und wenn wir so häufig sprechen von den tausenden jüdischen Menschen, die ihr Leben auf eine andere Basis stellen und sich dem Lande vermählen, so sehen wir das Große nicht darin, daß wir jetzt tausende von jüdischen Landwirten haben, das hat man auch bei anderen Völkern. Wir Juden hatten unter uns Landwirte in Rußland und Argentinien schon seit Jahrzehnten — aber diese Tatsache hat das Ethos, das geistige Schicksal der Juden nicht geändert. Das Entscheidende ist, daß jene nicht hinüber gehen, ihr eigennütziges Interesse im Auge, sondern aus dem Gefühl heraus, daß sie dadurch am besten der Zukunft ihres Volkes und durch das Volk der Menschheit dienen. Keiner von den Menschen, die dort das Land entsumpfen, hat an sein Interesse gedacht und daran, die Früchte seiner Arbeit nur für sich zu genießen. Jeder 3* 35

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