Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 502 (sequence 525)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Jetzt kommen wir zur Abstimmung selbst. Wir stimmen über die en bloc-Annahme der in erster Lesung angenommenen Statutenänderungen ab. (Nach vorgenommener Abstimmung:) Ich konstatiere, dass die Majorität dafür ist. Die Anträge sind somit angenommen. Nachdem dies in zweiter Lesung geschehen ist, sind diese Aenderungen hiemit Gesetz geworden. Wir werden jetzt eine Pause von einer halben Stunde eintreten lassen. (Die Sitzung wird um 2 Uhr nachts unterbrochen und um 3 Ühr 10 Minuten nachts wieder aufgenommen.) Vizepräsident Berlin: Ich nehme die Sitzung wieder auf. Herr Dr. R a b i n hat dem Präsidium eine Erklärung überreicht, die ich zu verlesen bitte. Beisitzer Dr. Daiches (liest, hebräisch): Geehrtes Kongresspräsidium! Wie mir mitgeteilt wurde, hat Dr. Bogratschow die Worte, die gestern in der Kongressitzung als die seiniigen vorgebracht wurden, in Abrede gestellt. Das Dementi wurde vom Vorsitzenden in meiner Abwesenheit vorgelesen. Ich komme daher noch einmal darauf zurück und erkläre hiemit, dass. ich die Worte des Herrn Bogratschow genau so, wie sie mir von ihm gesagt wurden, Wort für Wort, ohne jede Aenderung und ohne etwas hinzuzufügen, mitgeteilt habe. Ich habe die Worte genau mitgeteilt und nichts geändert. Das Zeugnis des Herrn Bogratschow war aufrichtig, denn er sagte mir, dass er die Dinge so schildere, wie sie sind. Und meine Worte wurden nicht gesprochen, um zu reizen, sondern der Wahrheit wegen und um Fehler gutzumachen. Ich verlange von Herrn Bogratschow als Mitglied der Zionistischen Organisation eine Klärung der Angelegenheit im Wege des Ehrengerichtes der Organisation, (gez.) Israel R a b i n. Präsident Sokolow (lebhaft begrüsst, übernimmt den Vorsitz): Das Wort hat Herr Dr. Schalit als Berichterstatter für die politische Kommission. Berichterstatter Delegierter Dr. J. Schalit: Hoher Kongress! Unsere Arbeiten gehen zu Ende, und es geziemt sich, ein Resume aus unserer politischen Arbeit zu ziehen. Diese Feststellung kann in unzweideutiger, klarer Form geschehen. Aus dem Berichte der Exekutive, aus den Debatten hier im Plenum und aus der Diskussion in der politischen Kommission erhellt eine Tatsache: Nichts hat sich geändert, nichts in unserem Programme, das wir in Basel im Jahre 1897 angenommen haben und an dem wir in zäher Entschlossenheit festhalten, nichts in unserer Politik, die nach wie vor auf die restlose Erfüllung aller im Mandate getroffenen Bestimmungen zur Aufrichtung eines jüdischen nationalen Heimes gerichtet ist, nichts in unserem Vertrauen zur Kraft des jüdischen Volkes und nichts in unserer Erkenntnis, dass ein jüdisches nationales Heim dem Frieden der Welt dienen wird. Nicht Hass, sondern die Liebe werden die Welt aufhauen, und so wie der erste Judenstaat das erste kodifizierte Recht sozialer Gerechtigkeit geschaffen hat, so wird ein Jüdisches nationales Heim schon durch die Tatsache seiner Existenz, aber auch durch die Arbeiten in kultureller, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht der Idee der Völkerverbrüderung und Völkerversöhnuns dienen. In der festen Ueberzeugung, dass der organisierte Wille des jüdischen Volkes diesen Prinzipien und Ideen zum Siege verhelfen wird, erlaube ich mir, Ihnen folgende Resolutionen des politischen Komitees Ihrer Beschlussfassung vorzulegen. Zunächst die Mantelnote, welche lautet (liest): 502