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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 486

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 486 (sequence 509)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5617-3481762
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stehen, wissen, dass -bei der Agitation für dieses Finanzinstitut, mit dem der Aufbau Palästinas stehen und fallen wird, nicht die eigentliche Propaganda entscheidend ist, sondern der Hinweis mi Vonbilder und Beispiele; esist daher eine unglaubliche Demoralisierung der SKeren Hajessod-Arbeit, wenn man kommen und sagen kann, dass wir nicht einmal den Mut haben, von den Wortführern der zionistischen Idee die Erfüllung dieser selbstverständlichen Pflicht zu verlangen. Ich möchte nur «eine kurze Analogie anführen. Vor einiger Zeit ist dem Führer einer 'grossen Parteigruppe im französischen Parlament der Vorwurf gemacht worden, dass er Steuern hinterzogen habe. Das Ergebnis war, dass er sofort sein Mandat zur Verfügung gestellt hat. Dies gilt in normalen Ländern, wo man Zwangsmittel hat, die Steuern einzutreiben. Der Keren Hajessod ist aber in dem Sinne einzigartig, dass wir nur moralische Zwangsmittel haben. Wenn wir nicht den Mut 'halben, davon Gebrauch zu machen, dann entfällt uns dieses einzige Machtmittel, das wir besitzen, und Sie machen jede energische Propagierung des Keren Hajessod-Gedankens unmöglich. Ein letztes Wort zu einem Bedenken des Herrn Dr. Barth. In unserem Antrage ist der Maasser nicht ausdrücklich erwähnt. Ich will damit nicht sagen, dass wir irgendwie auf den Maasser-Gedanken verzichten. In dieser Hinsicht aber stimme ich Herrn Dr. Barth bei, dass es zsionistisohe Massen und Länder gilbt, in denen der Maasser-^Gedanke sich noch nicht ganz durchgesetzt hat. Wir verlangen darum vorsichtigerweise, dass Delegierte die „Keren Hajessod-Verpflichtung" erfüllen, d. h. nach den heute herrschenden Begriffen über die Keren Hajessod-Verpflichtung erfüllen. Wir treten dafür ein, dass der Maasser-Gedanke mit der Keren Hajessod-Verpflichtung identisch wird, aber 'der Antrag enthält noch nicht das juridische Minimum, von dem Dr. Barth gesprochen bat. Seit dem Aufbaue und der Proklamierung des Keren Hajessod ist der Charakter unserer Organisation ein anderer geworden. Wir sind seitdem nicht mehr eine Organisation derjenigen, die für Palästina werben, sondern derer, die Palästina ausbauen, und es muss in der Zusammensetzung des Kongresses und in der Erteilung des passiven Wahlrechtes zum Ausdrucke kommen, dass die Erfüllung dieses Minimums des Beitrages für den Keren Hajessod die selbstverständliche Voraussetzung für die Erteilung des passiven Wahlrechtes sein muss. Sie haben vorgestern Beschlüsse angenommen, von denen ich schon befürchte, dass sie uns die Keren Hajessod-Anbeit erschweren. Lelhnen Sie nun auch diesen Beschluss ab, so kann dies nichts anderes bedeuten, als dass die höchste Instanz der zionistischen Bewegung, der zionistische Kongress, den Keren Hajessod-Gedanken, den wir seit Jahren propagieren, letzten Endes selbst bagatellisiert. Sie dürfen das nicht -.zulassen, denn die Ablehnung eines solchen Antrages würde die Bagatellisierung des Keren Hajessod-Gedankens bedeuten. Delegierter Dr. Daiches: Ich b <e a n t r a g e, über diesen Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Es wundert mich seihr, dass es Zionisten gibt, die sogar in der Mittern acntsstimde solche Anträge stellen können. Wir dürfen keine Doppelmoral im Zionismus einführen. Jeder Zionist muss das Recht und die Möglichkeit haben, Delegierter z<u werden. Wer will sagen, dass gerade der Delegierte eine grössere Piflicht hat, Maasser zu zahlen, als der gewöhnliche Zionist? Was ist Maasser? Wenn man das Prinzip des Maasser bestätigt und die Einhaltung wirklich untersuchen will, dann wird eine Art Untersuchung entstehen, die dem Zionismus und der Organisation nicht zugute kommen wird. Wir werden wieder sehen, dass ein neuer Valutazionismus eingeführt wird- Ich will den Herren ein kleines Beispiel als Illustration anführen. Man kann ja in einem valutaniedrigen Lande sitzen und mit ein paar kleinen Münzen, die man aus dem Auslände in hoher Währung erhalten haben mag, Maasser bezahlen. Ich 486

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