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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 485

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 485 (sequence 508)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5616-3481761
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Mitglied des Finanz- und Wirtschaitsrates Dr. Barth (fortsetzend): Ich spreche hier überhaupt nicht in meiner Eigenschaft als Misrachist, sondern aus meinen Erfahrungen im Kongressgerichte, und zwar aus folgendem Grunde. Wir haben das Kongressgericht seit diesem Kongresse als Wahlprüfungsinstanz eingesetzt, um wirklich einmal dazu zu kommen, dass bei der Prüfung der Delegiertenmandate nur nach dem Rechte und nicht nach Billigkeit oder gar nach Parteirücksichten vorgegangen wird. Wenn also jetzt nicht mehr ein gewöhnlicher Legitimationsau^schuss, sondern ein Gericht sich mit der Prüfung der Passivlegitimation der Delegierten zu befassen hat, so wollen wir, dass das Gericht nicht in die Lage versetzt wird, mit zweierlei Mass zu messen. Wir können ruhig und ehrlich sagen, dass die ganze zionistische Welt weiss, dass es Länder gibt, in denen sich der Gedanke des Maasser noch nicht derart wie beispielsweise bei uns in Mitteleuropa durchgesetzt hat; und wir wissen ganz genau, dass Länder, die einen erheblichen Anteil am Keren Hajessod haben, den Gedanken des Maasser nicht durch die Schuld der Führer nicht haben zu Ende durchführen können, sondern durch psychologische Verhältnisse. Wir wollen nicht in den Zustand verfallen, dass wir beim nächsten Kongress, wenn wir die Mandate prüfen sollen, aus irgendwelchen Billigkeitsrücksichten uns etwas vormachen oder vormachen lassen. Wenn dieser Beschluss abgenommen wird, dann werden diejenigen, die zum Kongressgerichte gehören, beim nächsten Kongress bis aufs letzte prüfen, ob jeder seine Maasser-Pflicht erfüllt hat, und nicht ein Mandat durchlassen, bei dem das nicht der Fall ist. Es hat aber gar keinen Sinn, den schönen und hohen Gedanken des Maasser auf dem Wege einer Polizeimassnahme durchzuführen, wenn wir ihn mit allem Idealismus in die Länder hinaustragen und da, wo die psychologischen Voraussetzungen nrcht vorhanden sind, zuerst die Führer und dann die Massen überzeugen. Wir wollen aber uns und den Kongress nicht betrügen and uns vormachen, als ob das ein Zustand wäre, der heute schon vorhanden ist. Setzen wir eine solche Forderung zunächst in die Tat um und dann beschliessen wir erst eine solche Massnahme. Delegierter Dr. Nahum Goldmann (Deutschland, spricht deutsch): Es ist eine sehr unangenehme Tatsache schon an sich, dass über einen derartigen Antrag der Keren Hajessod-Kommission debattiert werden inuss, und 'doppelt unangenehm, dass die Organisations-Kommdssion uns 'gezwungen hat, diesen Antrag als Initiativantrag hinzunehimjen, und damit den Eindruck erweckt hat, dass es eine Kommissdon geben kann, die aus irgendwelchen Gründen einen solchen Antrag ablehnt. Ich brauche nicht viel zair Begründung des Antrages zu sagen, der unter Zionisten eine banale Selbstverständlichkeit darstellen sollte. Wenn hier irgendetwas von einem Vorredner dagegen vorgebracht wurde, so hätte es einen Sinn gehabt, wenn sich diese Polemik gegen die Bindung des aktiven Wahlrechtes an den Maasser geknüpft und wenn man gesagt hätte, dass der Maasser-Gedanke noch nicht so weit durchgedrungen ist, dass sich jeder Schekeizahler seiner Verpflichtung bewusst ist. Wenn wir aber nicht diese Forderung stellen, sondern die minimale Forderung, dass die Wiortführer des zionistischen Gedankens diese Verpflichtung erfüllen sollen, so wird sogar Herr Dr. Barth nach drei- bis vierjähriger Agitation für den Keren Hajessod nicht behaupten wollen, dass sich dieser Gedanke nicht soweit durchgesetzt hat, dass nicht einmal die Delegierten ihn voll begriffen haben. (Beifall.) Ich will nicht irgendwelche Polemik gegen bestimmte Gruppen des Hauses führen, weil ich den Gedanken von mir weise, als ob in dieser Frage ein Parteistandpunkt sich durchsetzen könnte und als ob es Gruppen gebe, die an der Ablehnung dieses Gedankens interessiert wären. Deshalb will ich nicht in den Ton der Polemik verfallen; aber ich will •eines sagen. Wir, die wir in der aktiven Arbeit für den Keren Hajessod 485

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