Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 460 (sequence 483)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vizepräsident Motzkin: Ich habe nicht erwartet, dass eine Diskussion über diesen Vorschlag entstehen wird. In bezug auf die Wichtigkeit des Antrages 'gibt es hier keine Meinungsverschiedenheit; es herrscht nur eine geteilte Meinung in bezug auf seine Zweckmässigkeit. Daher ist mir von verschiedenen Seiten nahegelegt worden, dass wir diesen Antrag zur Kenntnis nehmen, ohne ihn zur Abstimmung zu bringen. {Rufe: Sehr richtig!) Wenn Sie damit einverstanden sind, so erkläre ich den Antrag als einstimmig zur Kenntnis genommen. Delegierter Morris Myer (England, jüdisch): Ich habe in der Diskussion über die Vorschläge der Budgetkommissron einen Antrag gestellt, über den ich jetzt abzustimmen bitte. Ich bin der Ansicht, dass das System der Erteilung von Subventionen an Fraktionen einen demoralisierenden Zustand in unsere Bewegung bringt. Es schafft dies eine Schüsselpolitik, welche nicht zur Ehre und zum Vorteil unserer Bewegung gereicht. Wenn wir die Herren vom Misrachi fragen, ob man den Herren von der linken Seite etwas geben soll, so sagen sie nein. Ebenso ist es umgekehrt. Aber zu derselben Zeit vereinigen sich diese beiden Flügel hinter den Kulissen, um so viel wie möglich aus dem Kongress herauszukriegen, und stellen dann Bedingungen, die nicht zum Besten unserer Bewegung sind... (Del. Locker : Sagen Sie es offen, welche Beträge hat man denn gegeben, über die dem Kongress nicht berichtet wurde?) ...auch wenn man an den Kongress berichtet. (Del. Locker : D.as ist eine Renegatenpolitik! Sie waren einmal selbst in der Fraktion!) Ich glaube, auch wenn die Frage nachher vor den Kongress kommt und er darüber zu bestimmen hat, so liegen doch schon Resultate verschiedener Verhandlungen hinter den Kulissen vor. Das wollen wir vermeiden- Wenn private Personen durch solche Manöver trachten würden, Subventionen für welche Zwecke immer zu bekommen, dann würde man sie der Bestechlichkeit beschuldigen. Wras für private Menschen nicht passt, das sollte auch für Fraktionen nicht passen. (Del. Locker : Das Präsidium soll sich zu solchen Ausdrücken äussern!) Vizepräsident Motzkin: Ich nehme an, dass Herr Myer nicht von Dingen gesprochen hat, die sich schon ereignet haben, sondern er sprach davon, dass sich solche Dinge, Gott behüte, in Zukunft ereignen könnten. (Lebhafte Heiterkeit.) Delegierter Morris Myer (fortsetzend): Die Möglichkeit, Subventionen zu bekommen, bewirkt, dass sich die Fraktionen vermehren. Man hat schon vorgeschlagen, eine Fraktion gegen die Fraktionen zu bilden. Auch an die geehrten Rabbonim möchte ich mich wenden, mit dem System der Subventionen zu brechen, und ich appelliere an Sie, meinen Antrag anzunehmen, welcher lautet: Es wird beschlossen, dass im Gegensatze zur bisherigen Praxis von jetzt an und weiterhin aus den Geldern des Keren Hajessod keinerlei Subventionen an irgendeine Fraktion gegeben werden. Ich hoffe, dass Sie mit grosser Majorität diesen Antrag annehmen und das System der Subventionen beendigen werden, das geeignet ist, unsere Bewegung zu demoralisieren. Delegierter Berl Locker (Poale Zion, Polen, jüdisch): Geehrter Kongress[ Herr Morris Myer hat das Bedürfnis gehabt, einen Antrag zu stellen, und hat dieses Bedürfnis nun befriedigt. Man wird also jetzt in England wissen, dass er einen Antrag gestellt hat. Dieser 460