Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 459 (sequence 482)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vizepräsident Motzkin: Wir stimmen darüber ab. Wer ist für den Antrag, die Entscheidung über das Londoner Budget bis morgen abends a u f z uschieben? (Nach vorgenommener Abstimmung:) Die Majorität ist gegen den Antrag auf Verschiebung. Delegierter Dr. M. Krämer (Bukowina/ deutsch) : Ich stelle ein Amendement. Bei einem so hohen Posten kann man es der Exekutive nicht überlassen, sich selbst das Budget zu fixieren. Es ist verwunderlich, dass die Budgetkommission, die sonst so gründlich gearbeitet hat, über dieses Budget ein so oberflächliches Referat erstattet hat. Um nicht die Sache selbst der Exekutive zu überlassen, stelle ich den .Antrag (liest): * Der Kongress beauftragt das künftige Actions-Comite, die einzelnen Posten für die Ausgaben des Bureaus der Londoner Exekutive im Rahmen von 20.000 Pfd. Sterl. festzusetzen. Vizepräsident Motzkin: Die Budgetkommission schliesst sich diesem Antrag a n. Wer also dafür ist, dass in der Fassung dieses Antrages das Budget für London in der Höhe von 20.000 Pfund per Jahr angenommen werden soll, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Abstimmung.) Der Antrag ist angenommen. Es wurde mir ein Antrag überreicht, unterschrieben von 39 Delegierten, von dem ich eigentlich nicht bestimmen kann, in welchen Teil er gehört. Wenn der Vorschlag keine Diskussion erfordert, so werden wir über ihn jetzt abstimmen. Mitglied des A. C. Isr. Mereminski: Der Vorschlag wird keine Diskussion hervorrufen. Er wird vom ganzen Kongress einstimmig angenommen werden können. Er lautet (liest): i Der Kongress verpflichtet alle zionistischen Finanzinstitute, nur solchen gesellschaftlichen und privaten Unternehmungen Hilfe und Kredit zu gewähren, die genügende Garantie dafür bieten, dass sie die aus öffentlichen jüdischen Mitteln erhaltenen Kapitalien für jüdische Arbeit verwenden. Delegierter Dr. Daiches: Ich bin der Ansicht, dass dieser Antrag entweder überflüssig oder unwahr ist. Der ganze Zionismus treibt darauf hin, jüdische Arbeit in Palästina zu machen. Wenn sich aber Notwendigkeiten herausstellen sollten, die die Exekutive vielleicht veranlassen, Geld auszugeben, das vielleicht nicht in jüdische Taschen fliesst, aber jüdische Arbeit in Palästina ermöglicht und stärkt, so kann man sich nicht auf diese Resolution berufen, und daher bitte ich Sie, diesen Antrag als unnötig abzulehnen. Mitglied des A. C. Meyer Berlin: Einen solchen Antrag kann man nicht ablehnen. Entweder muss man ihn zurückziehen oder er muss einstimmig angenommen werden. Mitglied des A. C. Mereminski: Ich habe mit guter Absicht die Resolution eingebracht und mich mit den einzelnen Gruppen darüber verständigt. Was Herr Dr. Daiches gesagt hat, war die beste Motivierung der Resolution. Der einzelne, der mit eigenen Mitteln Arbeit schafft, hat das Recht, jüdische und nichtjüdische Arbeiter zu nehmen. Wir müssen aber immer dahin streben, dass unsere öffentlichen Mittel dazu verwendet werden, dass die Alijah vergrössert werde. (Lebhafte Unruhe.) 459