Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 450 (sequence 473)
- Language
- German, English, Hebrew
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so muss auch ihnen die Möglichkeit zum Leben und zur Durchsetzung ihrer Weltanschauung gegeben werden. Wir haben noch nie gehört, dass Sie unseren Misrachi, der treuen Schar religiöser Juden in Amerika, verwehrt hätten, ihren Prozentsatz bei den Sammlungen für den Keren Hajessod aufzubringen. (Beifall.) Das ist ein weit höherer Prozentsatz als der, den wir beanspruchen. Wenn Sie uns gestatten, in einem Prozentsatz zu sammeln, müssen Sie uns auch gestatten, im zehnten Teile dieses Prozentsatzes Gelder zu beanspruchen. Wir stehen vor Ihnen nicht nur im Namen dieser Sammler in Amerika, sondern auch im Namen einer noch kleinen, aber ständig wachsenden Schar treuer Arbeiter in Palästina. Diese unsere Arbeiter, die einige Vertreter hier haben, sind nicht so wortgewandt wie die Arbeiterführer, die hier auftreten. Sie sind deshalb gezwungen, mich vorzuschicken, um ihre Interessen zu vertreten. Sie haben keine so gewandte Rednergabe, aber sie können Ihnen die schwieligen Arbeitsfäuste zeigen, denn es sind wirkliche Arbeiter. Begreifen Sie doch endlich, dass sich im lebendigen Leben Palästinas die Welt anders malt als in den Schreibstuben der Arbeiterführer in London! (Beifall rechts.) Ich stehe durchaus auf dem Standpunkte, dass eine Annäherung zwischen uns erfolgen muss, und ich habe bereits betont, dass diese Annäherung auf dem besten Wege ist. Das wird mir von vielen auf der linken Seite bestätigt werden. Es besteht die Tendenz, diese Annäherung immer enger zu gestalten. Wenn es Ihnen gelingt, die Histadruth Haklalith in Palästina in eine neutrale Gewerkschaft umzuwandeln, dann wird der Hapoel Hamisrachi nicht mehr, wie Herr Sprinzak es gesagt hat, das fünfte Rad am Wagen sein, sondern das vierte Rad an der jetzt dreirädrigen Karre Ihrer Arbeiterbewegung in Palästina. Ich will Sie nicht länger aufhalten, sondern ich schlage Ihnen vor, dass Sie auf Grund meiner Ausführungen den Antrag der Budgetkommission e n b 1 o c annehmen. Leiter des Pasteurins tituts Dr. Beham (hebräisch): Die medizinisch-sanitäre Arbeit in Palästina ist von Bedeutung nicht nur vom humanitär-kulturellen, sondern auch vom politischen Standpunkt, denn sie dient den Bedürfnissen sowohl der Juden als auch aller anderen Einwohner Palästinas. Es ist wirklich eine grosse Arbeit in Palästina durchgeführt worden, obwohl weder Ordnung noch System in ihr herrscht. Beim vorigen Kongress hat man den ersten Versuch unternommen, Ordnung einzuführen, und es wurde beschlossen, bei der zionistischen Leitung in Palästina einen Gesundheitsausschuss, den Waad Habriuth, zu schaffen. Dieser Beschluss war jedoch nur ein theoretischer, da man diesem Ausschusse keinerlei Geld zur Verfügung stellte. Und wenn es doch gelungen ist, ein wenig Ordnung und Sparsamkeit in das sanitäre Werk hineinzubringen und auch neue Arbeiten zu beginnen, so war es doch nicht möglich, alle Beschlüsse und Arbeiten durchzuführen. Im Namen des WaadHabriuth und im Namen der Sanitätskommission, die während der ganzen Zeit des Kongresses gearbeitet hat, beantrage ich die Bestätigung eines Budgets von 1000 Pfund für den Waad Habriuth und von 1000 Pfund für ein Pasteurinstitut. Diese Ausgabe wird im Grunde eine Einnahme sein, weil sie in der sanitären Arbeit Palästinas grosse Ersparnisse ermöglichen wird. Herr van Vriesland sprach über den Bankrott des Pasteurinstitutes. Ich muss dazu bemerken, dass nicht das Institut bankrott ist, sondern das System. Delegierter S. Kolker: Ich beantrage Schluss der Debatte und Einreichung der Anträge ohne Begründung. 450