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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 449

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 449 (sequence 472)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5580-3481725
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haben mit dem Waad Leumi verhandelt, man hat einen diesbezüglichen Antrag angenommen, aber der Waad Leumi erkennt, dass er die Erziehungslast nicht übernehmen kann. Der Aufsichtsrat der orthodoxen Schulen hat diesbezüglich den Beschluss gefasst, einer Uebergabe des Erziehungswesens an den Waad Leumi nicht zuzustimmen, weil dadurch der politische Parteienkampi in die Schulen eindringen würde, von welchem wir sie freihalten wollen. Man kann also nicht jetzt seitens der Budgetkommission mit einem solchen Antrag kommen. Die Angelegenheit betrifft nur den Waad Hachinnuch, die Zionistische Organisation und den Waad Leumi, die darüber verhandeln werden. Der Kongress soll in dieser Sache keinerlei Beschluss fassen. Delegierter Morris Myer (England, jüdisch): Es ist bereits die Tatsache kritisiert worden, dass man in das Budget gewisse Subventionen für den Misrachi eingestellt hat. Ich habe in dieser Hinsicht eine prinzipielle Resolution vorzuschlagen. Ich will aber dem Misrachi wie jeder anderen Fraktion versichern, dass ich gegen sie als Fraktion absolut nichts vorbringen will. Mein Vorschlag entspringt zwei Motiven: erstens der Notwendigkeit von Oekonomie und zweitens der Notwendigkeit, auf dem Kongress und in der Bewegung reine Verhältnisse zu haben. Ich bin überhaupt gegen alle? Subventionen, die man den verschiedenen Fraktionen gibt, denn das bringt Demoralisation in unsere Bewegung. Es beginnt dann immer ein Feilschen und die Politik der verschiedenen Fraktionen wird davon abhängig gemacht, ob sie Subventionen bekommen oder nicht. Ich werde aber auf diese Frage noch zurückkommen. Mitglied des A. C. Hermann Struck (deutsch): Geehrter Kongress! Jedesmal — das sind die Besucher des Kongresses schon gewöhnt — wenn die bescheidensten Forderungen des Misrachi vorgebracht werden, steht Herr Kaplansky auf, um dagegen zu sprechen. Ich sehe darin einen Versuch zur Unterdrückung unserer Weltanschauung. Ich sehe darin eine Negierung der religiösen Duldung, die auch unreligiösen Menschen heilig sein muss. Ich habe es hier schon öfter ausgesprochen, jenes französische Wort, dass die intolerantesten Pfaffen die Pfaffen des Atheismus sind. Ich bedauere dies um so mehr, als ich Ihnen mitteilen kann, dass zwischen einzelnen Mitgliedern der linken Seite dieses Hauses und der rechten Seite Beziehungen freundschaftlichster Art, diktiert vom absoluten Willen zu gegenseitiger Verständigung, sich angebahnt haben. Es gibt auch auf der linken Seite Menschen, die auf solcher ethischer Höhe in bezug auf religiöse Duldung stehen, dass sie einsehen, dass Duldung nicht immer nur von der Rechten, sondern auch von unseren Freunden auf der Linken beansprucht werden kann. Ich appelliere an Sie alle, dass Sie sich zur ethischen Höhe erheben, auch unseren Forderungen . ein wenig Verständnis entgegenzubringen. Die Forderungen, die Ihnen hier vorgebracht wurden, sind keine Bitte um Subventionen. Ich weise dieses Wort zurück. Wir sind keine Bettler, sondern wir beanspruchen in bescheidenster Weise das uns zustehende Recht an dem Budget. Gerade weil wir Subventionswirtschaft nicht lieben, haben wir mit der Budgetkommission vereinbart, dass unsere Forderungen regulär ins Budget eingestellt werden. Wer diese Zahlen angehört hat, wird mir zustimmen, dass sie wirklich das bescheidenste Mass dessen darstellen, was wir beanspruchen können. Wir stehen auf dem Standpunkte, dass fast das ganze andere Budget Zwecken zugeführt wird, welche in einer Weise in die Tat umgesetzt werden, die unseren Anschauungen widerspricht. Hiebei beschuldige ich niemanden, denn diejenigen, die zuerst ins Land gekommen sind und aufopfernd arbeiten, haben das grösste Recht an das Budget. Wenn aber nunmehr Arbeiter und Lehrer kommen, die in einem anderen. Geiste unterrichten, als es manchen Leuten recht ist, 29 449

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