Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 448 (sequence 471)
- Language
- German, English, Hebrew
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wie sie hier vorliegt, so müssen wir erst wissen, auf wieviel Einwanderer nach diesem Budget gerechnet werden kann. (Ruf: 3000 bis 4000!) Zweitens eine Bemerkung zur Rückzahlung der Schuld des Keren Hajessod an den Jüdischen Nationalfonds. Wir haben eine Resolution angenommen, welche eine Vereinbarung zwischen dem Keren Kajemeth und dem Keren Hajessod von 20.000 Pfund vorsieht. Nachdem nun 10.000 Pfund unter I. eingestellt sind, werden die anderen 10.000 Pfund, die unter IV. vorgesehen wurden, wahrscheinlich nicht zur Auszahlung kommen. Ich bin der Meinung, dass, wenn der Kongress für eine Schuld, die schon seit Jahren besteht, votiert, er ihr im Budget eine solche Stelle einräumen muss, dass es, menschlicherweise gesprochen, nicht ausgeschlossen ist, dass sie der Keren Kajemeth erhält. Weiters kann ich mir nicht vorstellen, dass man für die P. L. D. C. 25.000 Pfund und für den J. N. F. 10.000 Pfund votiert. Ich will nur feststelle^ dass wir eine Schuld des Nationalfonds nicht zahlen, dagegen für eine private Gesellschaft, welche die Bodenspekulation fördern muss, ob sie will oder nicht will, 25.000 Pfund einsetzen. Ich verstehe nicht, dass das Direktorium des Keren Hajessod, das öffentlich erklärt, Investitionen zu machen, nicht die 20.000 Pfund als Passiva aufführt; ich verstehe nicht, warum das Direktorium des Keren Hajessod von seinen Bruttoinvestitionen nicht 20.000 Pfund dem J. N. F. abtritt, die es ihm schon jahrelang schuldig ist, und dass er in seine Bilanz Aktiva aufnimmt, aber Passiva nicht verzeichnet. Zum Schlüsse möchte ich auf folgendes hinweisen. Es ist. gesagt worden, dass wir besseren Zuständen entgegengehen. Man hat von einem Minimalbudget gesprochen und legt uns ein Budget von 397.000 Pfund vor. Das ist aber ein Maximalbudget, und es wird von dieser Tribüne von autoritativer Seite erklärt, dass dieses Budget wohl gedeckt werden kann. Die 397.000 Pfund entsprechen einem viel grösseren. Betrage an Bruttoeinnahmen des Keren Hajessod. Von derselben autoritativen (amerikanischen) Seite ist auf dem XII. Karlsbader Kongress erklärt worden, man könne ruhig ein Budget von eineinhalb Millionen Pfund annehmen, das Geld sei in Amerika bereit, man könne mit keinem kleineren Budget auskommen, sonst würden wir unsere Propaganda schädigen. Dasselbe wurde auf der Jahreskonferenz erklärt, und das heisst, dass dieselbe autoritative Seite, die uns dazu geführt hat, dass wir in Palästina beinahe nur unproduktive Ausgaben haben und nicht kolonisieren können, uns ein Maximalbudget vorschlägt. Aus diesem Grunde werde ich gegendas Budget stimmen. Leiter des Erziehungsdeparteinents der Palästina-Exekutive Dr. Joseph Lurie (hebräisch): Meine Herren! Auf der einen Seite hat man das Erziehungsbudget gekürzt, und auf der anderen gibt man uns auch das, was bewilligt wurde, nicht in vollem Umfange. Wir werden noch einmal das Schauspiel erleben, dass die Lehrer ihre Gehälter nicht erhalten und daher keine normale Existenz. werden führen können. Ich fordere Sie auf, dieser Tatsache Ihr Augenmerk zu widmen. Ich möchte überhaupt auf zwei Dinge hinweisen: Erstens ist hier ein Irrtum begangen worden. Man sagt, dass das Erziehungsbudget hoch sei. Dem gegenüber will ich feststellen, dass unser Budgetentwurf hier um 10.000 Pfund gekürzt wurde und dass überdies das Erziehungsbudget auch die Schulen des Misrachi umfasst. Im vergangenen Jahre gingen nur zwei Talmud Thora-Schulen auf Rechnung des Misrachi. Wenn der Kongress dem Misrachi eine Summe bewilligen will, möge er es, tun. Aber der Kongress möge es zur Kenntnis nehmen, dassi diese 7000 Pfund nicht ins allgemeine Budget einzurechnen sind. Zweitens ist es unmöglich, dass die Budgetkommission vom Waad Leumi verlangt, die Schullasten in Palästina auf sich zu nehmen. Wir 448