Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 445 (sequence 468)
- Language
- German, English, Hebrew
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unsere Einnahmen im Jahre 1919-20 332.876 Pfund, im Jahre 1920-21 330.000 Pfund, im Jahre 1921-22 330.000 Pfund auf ein Budget von 656.000 Pfund, also 60 Prozent, und im Jahre 1922-23 338.000 Pfund auf ein Budget von 430.000 Pfund, also 70 Prozent. Die Gesamteinnahmen für das jetzt zu Ende gehende Jahr werden ungefähr 355.000 Pfund betragen, wenn wir wirklich bis zu Ende dieses Jahres die monatlichen Ueberweisungen von je 26.000 Pfund bekommen. Wir leben in Palästina mit einem Budget von 26.000 Pfund per Monat, da wir nicht mehr bekommen. Wenn man Ihnen sagt, es wird schon mehr Geld kommen«, so möchte ich Ihnen dringend raten, nicht weiter daraut zu bauen. Es wird also wieder so gehen wie bisher; man wird die produktive Arbeit zugunsten der unproduktiven zurückstellen. Wenn man anfängt mit Universität und verschiedenen sonstigen Posten, die nicht produktiv sind, dann muss man sie weiterführen. Man wird wieder in eine Schuldenlast und Demoralisation geraten. Ich habe einen Brief aus Palästina bekommen, da heisst es, dass im letzten Monate statt 26.000 nur 22.000 Pfund eingetroffen sind, wir haben keinen Kredit mehr und können nicht weiter. Wir sind also noch immer in einer schlechten Lage und Sie machen einen grossen Fehler, wenn Sie ein hohes Budget annehmen. Ich habe schon einmal gesagt, die Staatsidee, dass wir alles machen müssen, kommt wieder auf. So zum Beispiel verlangt man, dass wir das Pasteurinstitut stützen. Es ist ja nicht unsere Aufgabe, jedes bankrotte Institut zu übernehmen. Wir müssen uns auf die Aufgaben beschränken, Chaluzim anzusiedeln. Wenn wir ein höheres Budget annehmen, so werden wir wieder gezwungen sein, es zu reduzieren, und auf Reduktion folgt immer Destruktion. Ich möchte, dass ein jeder von Ihnen auf meinem Platze in Palästina sässe. Die Exekutive sagt, man wird sich schon nach der Decke strecken. Aber es ist nicht möglich, so zu arbeiten. Ich habe Ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten, der von mir und Herrn Rothenberg herrührt und welcher lautet: „Der Kongress beschüesst, dass der ordentliche Etat von Pfund 397.000 in zwei Teile geteilt wird, in einen Teil von Pfund 360.000 und in einen von Pfund 37.000« Der zweite Teil des Budgets wird erst in Anspruch genommen, wenn die Deckung des ersten Teiles gesichert ist. Die Exekutive wird beauftragt, diese Teilung In der Weise durchzuführen, dass den produktiven Ausgaben der Vorrang gegeben wird." Ich kann nicht ins Detail eingehen. Man soll nur der Exekutive eine Richtschnur geben. Wenn man mit einem Budget von nicht mehr als 30.000 Pfund per Monat beginnen will, so ist das schon sehr schwer. So viel pflegten wir bis jetzt in Palästina nicht zu erhalten. Wrenn wir aber das Budget in zwei Teile teilen und die Exekutive beauftragen, 40.000 Pfund aufzuschieben, bis das Geld da ist, dann werden wir die Gefahr ansehnlich verringern. Sonst werden wir in eine Wirtschaft hineinkommen wie in den letzten drei Jahren. Nicht nur Demoralisation, sondern auch die Gefahr des Zusammenbruches wird dann nicht mehr von unserem Haupte abgewendet werden können. Mitglied des A. C. Ing. Kaplansky (jüdisch): Geehrter Kongress! Die Darlegungen des Herrn Neumann darüber, wie wir zu diesem Budget gekommen sind, kann ich nur unterschreiben. Für dieses Budget, zu dem wir uns in schwerer Anstrengung in der Budgetkommission durchgearbeitet haben, sind meine Parteifreunde zu stimmen bereit; es ist ein Kompromiss, zu dem alle Parteien und Gruppen in der Kommission gekommen sind. Ich muss aber bemerken, dass das Budget, welches jetzt dem Kongresse vorliegt, nicht mit dem Etat identisch ist, den wir gestern in der Kommission angenommen haben, und zwar in der Höhe von 381.000 Pfund. Herr Ussischkin hat dies schon in bezug auf den Chinnuch dargetan, und das bezieht sich