Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 435 (sequence 458)
- Language
- German, English, Hebrew
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erhoben. Wir können über die Anträge e n b l o c abstimmen. (Nach erfolgter Abstimmung:) Die Anträge sind mit der Einschränkung, die ich vorhin machte, angenommen. Wir kommen jetzt zu den Anträgen der Univer.sitätskommission. Es ist bereits Bericht darüber erstattet worden und wir können jetzt zur Abstimmung schreiten. Das Wort hat Herr Professor Warburg. Berichterstatter Mitglied des A. C. Prof. Dr. Warburg (deutsch): Es sind nun in den Anträgen der Universitätskommission, die ich in einer früheren Sitzung hier unterbreitete (s. o. S. 344 f.) einige kleine Modifikationen enthalten. Vor allem sind alle Budgetposten ausgelassen, weil diese ja bei der Budgetdebatte darankommen. Es bleibt also unter den Resolutionen der Universitätskommission die erste, welche lautet (liest): 1. Der Kongress beschliesst, dass die Exekutive Anstrengungen mache, im Jahre 1924 die hebräische Universität in Jerusalem mit mindestens zwei Fakultäten zu eröffnen, und zwar der judaistisch-orientalischen und der naturwissenschaftlichen. Vizepräsident Motzkin: Wer für diesen Antrag der Universitätskommission ist, den bitte ich, die Hand zu erheben. (Abstimmung.) Der Antrag ist a n g eh o m m e a. Berichterstatter Prof. Dr. Warburg: Der zweite Antrag fällt also fort und dann kommen folgende Anträge zur Abstimmung (liest): 3. Der Kongress beschliesst, einen allgemeinen jüdischen Universitätsverband zu begründen. 4. Die Föderationen und sonstigen Gruppen werden beauftragt, Landeskomitees dieses Universitätsverbandes zu begründen, deren Hauptaufgabe die Herbeischaffung von Mitteln für die Universität und die Verbreitung des Gedankens der Notwendigkeit höherer Wissenschaft im jüdischen Volke sein soll. 5. Die Exekutive der Zionistischen Organisation soll einen Board ernennen, der die für die Universität gesammelten Gelder zu verwalten und über deren Verwendung zu beschliessen hat. Der zu begründende Universitätsverband hat ein Mitbestimmungsrecht betreffs der Mittel, die er aufbringt. 6. Der Universitätsverband soll seine Zentralstelle in Jerusalem und eine Unterzentrale' in Amerika haben. Mitglied des A. C. Ing. Kaplansky (jüdisch): Wir können über diese Anträge nicht Punkt für Punkt abstimmen. Es handelt sich um einen ganzen Komplex von Anträgen, in denen die Schaffung einer besonderen Organisation für die Universität mit weitgehenden Funktionen vorgeschlagen wird. Ich meine, diese Angelegenheiten sind zu wenig geklärt und die Pflichten, die der Zionistischen Organisation hinsichtlich der Universität auferlegt werden, sind zu weitgehend, als dass darüber ohne weiteres Beschluss gefasst werden könnte. Ich beantrage daher, alle diese Vorschläge bezüglich der Universität der Exekutive zu übergeben. Delegierter Dr. S. Daiches (England, deutsch): 'Ich bitte Sie, den Antrag Kaplansky abzulehnen. Seitdem vor fünf Jahren Dr. W e i z m a n n seine Rede über die Begründung der Universität gehalten hat, habem wir wohl den Grundstein gelegt, aber wir haben bis heute noch keine Universität. Es ist alles herrenlos. Es gehen Herren umher, bilden Privatkomitees, in der Zionistischen Organisation aber haben wir keine Körperschaft, die sich mit 28* 435