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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 434

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 434 (sequence 457)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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hat. Er sagte zu mir, dass wir in Palästina eine Generation von hebräischen Hottentotten, von hebräischen Unwissenden erziehen. Das sagte mir Herr B o g r a t s c h o w. Wir erziehen eine Generation, der die Thora ebenso fremd ist wie eine praktische Ausbildung; Schüler in der letzten Klasse können nicht richtig hebräisch lesen und die Raschischrift ist ihnen fremd. Und ich glaube, dass diese Dinge nicht gesagt wurden, um Geheimnis zu bleiben, sondern um bekannt zu werden und zur Verbesserung dieser Schäden den Anstoss zu geben. Und wir müssen eine Reform in diesen Dingen durchführen. Gerade diejenigen, die in Palästina mitten in der Arbeit stehen, die Lehrer aus dem Misrachi, haben den Weg zur Verbesserung gefunden. Und Sie, der Kongress, müssen diejenigen, die eine vollkommene Erziehung in Palästina wollen, unterstützen. Geehrter Kongress! Diese Worte wurden nicht gesagt, um zu sticheln und Gegensätze hervorzurufen. Ich weiss, dass die Männer, die begonnen haben, sich in die Arbeit zu vertiefen, es selbst wissen. Wenn der Schüler das Gymnasium beendet hat, führt er die Lehre weder im Hirn noch im Herzen. Denn man unterrichtet die Lehre nach den „Sipure Hamikrah" und die Schüler wissen überhaupt nicht, wo das Beth Hamidrasch ist und was das Siddur ist. Darum müssen wrir von neuem beginnen und der Erziehung die jüdische Seele wiedergeben. Ich habe das nicht mit Stillschweigen übergehen können, denn-1 das alles geht uns nahe, weil es unsere Ueberlieferung betrifft. Und wir wissen, dass wir alle uns dieser Arbeit mit solcher Hingabe widmen müssen, dass von der anderen Seite die Hindernisse verschwinden. Der zweite Punkt im Antrage der Kulturkommission sagt: ,,Mit besonderer Befriedigung nimmt der Kongress die Erklärung des Waad Leumi zur Kenntnis, in welcher die Pflicht des Jischuw anerkannt wird, die Erfüllung aller Bedürfnisse des Erziehungswesens im Lande durch Bereitstellung eigener Mittel auf sich zu nehmen/' Aber wir wissen, dass der Waad Leumi nicht das Spiegelbild des ganzen jüdischen Jischuw ist. Und wenn wir das dem Waad Leumi übertragen, so müssen wir dahin wirken, dass er der Vertreter des jüdischen Jischuw mit allen seinen Parteischattierungen wird. Wenn wrir uns darüber freuen, dass die hebräische Sprache im Munde der kleinen Kinder lebt, müssen wir dafür sorgen, dass auch der jüdische Gedanke in ihnen lebt. Und wer von den Lehrern wird behaupten, dass überall dort, wo die hebräische Sprache herrscht, auch der jüdische Gedanke lebendig ist? Die Vertreter des Misrachi haben dafür gekämpft, dass die Kulturarbeit allumfassend sein $d sich nicht nur in Predigten, sondern in der Praxis des täglichen Lebens äussere. Wir wissen, dass nicht alle Orthodoxen an unserer Arbeit teilnehmen; sie können nicht mit uns arbeiten, weil sie die Spreu bei der Arbeit sehen. Sie, geehrte Kongressdelegierte, müssen sich bemühen, alle Schichten des Volkes zu einigen und dafür Sorge zu tragen, dass das hebräische Wort bei den Orthodoxen nicht verdachterregend wird. Wenn Sie diesen Weg beschreiten, werden Sie bei den Mitgliedern des Misrachi Unterstützung finden. Sorgen wir dafür, dass es nicht nur zur Wiedergeburt der hebräischen Sprache, sondern auch zur Wiedergeburt des hebräischen Gedankens im jüdischen Lande komme. Delegierter Dr. Daiches: Ich beantrage Schluss der Debatte. Die Zeit drängt. Vizepräsident Motzkin: Es ist Schluss der Debatte beantragt worden. Ich ordne die Abstimmung darüber an. (Nach der Abstimmung:) Schluss der Debatte ist angenommen. Wir werden jetzt sofort über die Anträge der Kulturkommission abstimmen lassen. Sie haben die Anträge (s. o. S. 432 f.) gehört. Es hat sich kein Widerspruch dagegen 434

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