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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 432

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 432 (sequence 455)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5563-3481708
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einen grossen Wert für die Kolonisation, denn man kann nicht einen Siedlungspunkt schaffen, ohne dass es dort auch eine Erziehungsanstalt, eine Schule gibt. Auch eine p o 1 i t i s c h e Seite hat die Frage. Wir sind eine Minorität in Palästina; aber wenn wir unsere Kulturbedeutung in Palästina in die Wagschale werfen, dann geben uns unsere Schulen eine grössere Bedeutung, als sie sich sonst in Bevölkerungszahlen ausdrücken würde. Im Laufe der letzten zwei Jahre sind an 150 arabische Schulen geschaffen worden, und wenn wir unsere kulturelle Position in Palästina leichtfertig behandeln werden, dann werden wir selbst unseren Bau zerstören. In der Zeit nach dem Kriege waren die Sympathien aller Völker auf unserer Seite. Jetzt hat sich die Situation bedeutend geändert, denn jene Sympathien waren auf der besonderen Hoffnung der Völker gegründet, von dem Volke, das der Welt die Bibel gegeben hat, das Wort der Erneuerung zu hören. Und wir sollen das nicht geringschätzen und nicht den Zweig abschneiden, der nicht nur uns, sondern allen Völkern Früchte tragen soll. Aus all diesen Gründen fordern wir vom Kongress, bezüglich der Bedeutung der hebräischen Kultur in unserer Bewegung nochmals einen Beschluss zu fassen. Man sagt, dass der palästinensische Jischuw die Last der Erhaltung dieser Schulen allein tragen soll. Vieles wurde in dieser Richtung bereits durchgeführt. Statt 9000 Pfund erhielten wir vom Jischuw 25.000 Pfund für die Schulen, aber es kann nicht die Aufgabe des Jischuw sein, die ganze palästinensische Kulturarbeit aus eigenen Kräften zu sichern, denn diese Kulturarbeit hat auch ihren Wert ausserhalb Palästinas, für das ganze jüdische Volk. Sie gibt der Arbeit die innere Kraft und flösst dem Zionismus in der ganzen Welt Leben ein. Der Waad Leumi hat sich die Forderung zu eigen gemacht, alles zu tun, was in seinen Kräften ist, aber die Zionistische Organisation muss ihm hier auf dem Kongress zu Hilfe kommen. Ich muss auch die Lage des palästinensischen Lehrers erwähnen, der monatelang kein Gehalt bekam, der hungerte und darbte und dennoch seinen Posten nicht verliess und der, wenn auch zähneknirschend, sein Wirken trotzdem nicht aufgab. Der Kongress muss für den Ausbau und die Verbesserung der Schulen, aber auch für den arbeitenden jüdischen Lehrer sorgen. Und noch eines. Man sprach hier vom Technikum in Haifa. Wir warten auf die Eröffnung dieser Institution schon viele Jahre. Wir hörten hier aber von Herrn Ussischkin, dass das neue Kuratorium ins Statut einen Punkt aufgenommen hat, der den Gebrauch fremder Sprachen nach Massgabe der Notwendigkeit und Möglichkeit zulässt. Wir wissen, dass ein solcher Beschluss seinerzeit fast wörtlich auch im Hilfsverein angenommen worden ist und dass seinetwegen der bekannte Sprachenkampf entbrannt ist. Und nun kommt die Zionistische Organisation und beteiligt sich an der Fassung eines solchen Beschlusses! Wenn wir selbst sagen, dass man möglicherweise an einer technischen Lehranstalt nicht in hebräi^ scher Sprache unterrichten könne, wenn wir uns selbst ein Armutszeugnis ausstellen, wie sollen wir von der Regierung, wie sollen wir von den Arabern ein respektvolles Verhältnis zu unserer Sprache verlangen? Und gestatten Sie mir, meine Herren, hier noch einige Worte zu sagen: Es wiederholt sich gegenwärtig in Palästina derselbe Prozess der Assimilation wie vor dem Kriege, nur diesmal nicht in französischer, sondern in engiischer Form. Die Lage ist aber jetzt gefährlicher, denn hinter den englischen Kultureinflüssen steht auch die englisch-palästinensische Regierung. Darum müssen wir unsere kulturelle Position mit allen Kräften ausbauen. Ich gestatte mir nun, Ihnen die Vorschläge der Kommission zu unterbreiten: 1. Der XIII. Kongress bestätigt und bekräftigt den Beschluss des XII. Kongresses, dass die Erziehungs- und Kulturarbeit in 432

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