Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 431 (sequence 454)
- Language
- German, English, Hebrew
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sehen Sprache vorhanden waren. Grossrussland mit seinen Millionen Juden, die die Träger dieser Bewegung waren, liess sich in bösen-Tagen von Verrätern aus unserer Mitte beraten, die die Regierung dahin beeinflussten, den Fortschritt der hebräischen Sprache zu hemmen. Der geistige Pogrom in Kussland und der Ukraine hat nur in den schwärzesten Tagen unserer Geschichte seinesgleichen: in den Tagen des Antiochus Epiphanes und der Zeit der Verbrennung des Talmuds. Erziehtmgsinstitute und Schulen wurden gesperrt, die Lehrer in den Kerker geworfen, die Bücher verbrannt und die Eltern, die ihre Kinder in unserer Lehre und. in unserer Sprache unterrichten Hessen, wurden aufs äusserste verfolgt. Von dieser hohen Tribüne protestieren wir mit aller Krait gegen diesen Vandalismus. Das jüdische Volk hat für diese Verbrecher nur Verachtung und Ekel. Wir drücken zugleich den Hütern unseres Geistes in diesem Staate, die gleich den spanischen Marannen in Bedrängnis und Todesgefahr, unter den schwersten un'd furchtbarsten Bedingungen den jüdischen Geist zu schützen wussten, unsere Anerkennung, unsere Glückwünsche aus. In der Zeit des Zusammenbruchs unseres Volkes in dem grossen Zentrum der Judenheit müssen wir unsere Kräfte zusammennehmen, um in allen anderen Ländern unsere geistigen Kräfte zu mobilisieren, um die jüdische Seele zu neuem Leben zu bringen und der hebräischen Sprache und Kultur zu neuer Kraft zu verhelfen. Die Organisation Tarbuth weiss recht gut, dass die Zionisten in der ganzen Weit ihre Bestrebungen beherzigen und dass sie in der hebräischen Galutherziehung eine Vorbereitung für das Land der Hoffnung sehen. Wir wollen aber trotzdem unseren zionistischen Gesinnungsgenossen nahelegen, dass es nicht genügt, unserer Bewegung Liebe entgegenzubringen, sondern dass es ihre Pflicht ist, sich auch mit Werken und Taten an ihr zu beteiligen. Wrenn diese Beteiligung bereits Tatsache wäre, wäre es nicht zu dem betrübenden Ereignis gekommen, dass die Kulturarbeit in so hohem Masse vom „Joint" abhängig wurde, der eine lange Zeit hindurch den Institutionen der Tarbuth in Polen und in anderen Ländern in anerkennenswerter Weise seine besondere Aufmerksamkeit widmete, letztens aber von gewissen uns feindlichen Strömungen ins Schlepptau genommen wurde und es nun ablehnt, unseren Schulen irgendeine Unterstützung angedeihen zu lassen. Wir sind sicher, dass durch den Einfluss der Zionisten und Nationaljuden, wenn sie sich nur mit Energie dafür einsetzen würden, die Leiter dieser Gesellschaften erkennen würden, welche Kulturgüter in diesen Schulen verborgen sind und welche Vervollkommnung unsere Schüler dort empfangen. Wir wenden uns von dieser Tribüne an alle Juden und Zionisten. denen die junge Generation ans Herz gewachsen ist, und rufen ihnen zu: Schart Euch um die Weltorganisation Tarbuth, leistet ihren Kräften und Mitteln reiche Hilfe, um ihr die Ausführung jener Pläne zu ermöglichen, die die Erstarküng der hebräischen Sprache und unserer Kultur in allen Ländern der jüdischen Zerstreuung zum Ziele haben. Es lebe die hebräische Kultur! Es lebe unsere ewige Sprache! Berichterstatter Dr. Benzion Mossinsohn (hebräisch): Die Kulturkommission hat nicht nur Fragen des Umfanges der Arbeit, sondern auch deren Qualität zu behandeln, die Frage der Bedeutung der Kulturarbeit in der Zionistischen Organisation. Es ist befremdend, dass nach 20 Jahren Arbeit, nach dem Beschluss des XII. Kongresses, der die Kulturarbeit in Palästina zu einem integrierenden Bestandteil der zionistischen Tätigkeit erklärte, die Frage wiederum vor uns steht. Man erörtert die Frage, ob überhaupt die Kulturarbeit in die Organisation hineingehört. Und doch ist die Zionistische Organisation die Bewegung eines Volkes, das sich nach seiner Renaissance sehnt, und wenn diese Bewegung nicht auf der Basis der Kultur gegründet ist, dann besteht für die Kommenden Generationen keine Hoffnung mehr. Die Kulturarbeit hat auch 4SI