Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 430 (sequence 453)
- Language
- German, English, Hebrew
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ZWÖLFTER VERHANDLUNGSTAG 18. Sitzung Freitag, den 17. August 1923. Beginn der Sitzung: 12 Uhr 15 Minuten mittags. 'Vizepräsident Motzkin: Ich eröffne hiemit die Sitzung des Kongresses- Werter Kongress! Wir haben noch einen sehr grossen Teil unserer .Arbeiten zu erledigen, und da wir die feste Absicht haben, heute unsere Arbeit zu beendigen, so -müssen wir unsere Debatten aufs äusserste einschränken. Hoffentlich werden Sie alle dazu beitragen. Ehe wir zum Berichte der Kulturkommission übergehen, möchte ich Herrn Abishar mitteilen, dass seine Anträge bezüglich der Juden des Orients der Exekutive und die Anträge betreffend den Gebrauch der hebräischen Sprache im Kongress (s. o. S. 378) der Organisations-Kommission übergeben wurden. Ich erteile noch das Wort Herrn Zlatopolsky zur -liebermitthmg einer Erklärung der Kulturorganisation „Tarbuth". Delegierter Hillel Zlatopolsky (Frankreich, hebräisch): Mir ist die hohe Ehre zuteil geworden, heute im Namen der Organisation T a r b u t h zu Ihnen zu sprechen. Das Ziel und Programm der Tarbuth, das die Neubelebung der hebräischen Sprache und der hebräischen Bibel umfasst, ist ja Ihnen sicher bekannt. Die Jugend in Litauen, Polen, Bessarabien, Amerika usw. kennt die vielen Erziehungsinstitute, in denen die hebräische Sprache zur einzigen Unterrichtssprache in den jüdischen und allgemeinen Unterrichtsfächern geworden ist. In der letzten Zeit zählen wir an hunderttausend Kinder, die in Polen, Litauen und Bessarabien in unseren Schulen ihre Erziehung erhalten. Mehr als 400 Volksschulen und 45 Mittelschulen mit hebräischer Unterrichtssprache, 18 Seminare zur Heranbildung von Lehrern und Kindergärtnerinnen, sowie Erziehungsinstitute aller Art werden nun auch in Lettland, der Bukowina, Transsylvanien, Bulgarien und noch anderen Ländern gegründet. Eine grosse hebräische Bewegung ist jetzt in Amerika im Entstehen begriffen und wir hoffen, dass in diesem bedeutendsten jüdischen Zentrum hebräische Erziehungsinstitute entstehen werden, die den übrigen als Vorbild dienen werden. Das hohe Ziel, das sich die Organisation Tarbuth gesteckt hat, und der reiche Erfolg, der alle Aktionen in den Ländern mit jüdischer Bevölkerung begleitet, und die vielen Siege der hebräischen Sprache, die diese Bewegung bewirkte, haben in uns die Hoffnung gestärkt, dass es uns gelingen wird, unsere hebräische Organisation zu schaffen und zu festigen, um damit unsere Sprache zur lebendigen Sprache auf allen Gebieten unseres Lebens sowohl in Palästina wie auch im Galuth zu machen, so dass dann die sprachliche Scheidewand, die jetzt das Land unserer Hoffnung von dem Galuth trennt, fallen wird. Dem Bereich unserer Aktionen entzog sich zu unserem Bedauern gerade jenes Land, in dem sich der Gedanke der Tarbuth in seiner Grösse und Kraft zuerst konzentriert hat, von wo zuerst die Losung der Tarbuth ausgegangen ist, wo bereits ein ganzes Netz von Kindergärten, Volksschulen, Mittelschulen, Seminaren für Lehrer und Kindergärtnerinnen und sogar Volksuniversitäten in unserer hebräi- 430