Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 422

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 422 (sequence 445)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476280--5553-3481698
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Immigration handelt, richtig und mit dem Mandate in Uebereinstimmung; sei, weil dieses Mitglied ein Patriot dieses oder jenes Landes ist, so wäre das ein so grosser politischer Schaden, dass er durch keinerlei ökonomischen Nutzen aufgewogen werden kann. Solche Leute, die in erster Linie Patrioten ihres eigenen Landes sind und fürchten, es möge, Gott behüte, kein Schatten auf diesen Patriotismus fallen, und erst in zweiter Linie Juden sind, dürfen zur Jewish Agency nicht zugelassen werden, jedenfalls halten wir dafür, dass es immer und überall von Schaden ist, Rechte einzuräumen nicht auf Grundlage menschlichen Wertes und des demokratischen Prinzips,, sondern auf Grund finanzieller oder gar gesellschaftlicher Bedeutung. Das bedeutet aber nicht, es dürfe kein Mensch dieser Kreise in die Jewish Agency kommen. Wenn man uns vorwerfen sollte, dass wir gegen die Erweiterung der Grenzen sind, so können wir darauf hinweisen, dass wir schon während des Krieges von einer Erweiterung und vom jüdischen Weltkongress gesprochen haben, während die Exekutive noch am Gedanken des Monopols festgehalten hat. Wir sind bereit, jeden Juden, der zu uns kommt, zuzulassen, aber nicht als Mejuchas und nicht einer Clique zuliebe,, die er vertritt, sondern als Abgesandten breiter jüdischer Volksmassen, die ihn entsenden und mit denen er sich identifizieren kann. Wir haben von sehr hoher Stelle gehört, dass der erste Gedanke der Erweiterung dahin ging, Vertreter des Keren Hajessod zuzuziehen. Man ist aber von diesem Gedanken abgekommen. Wir gehen aber jetzt weiter und verlangen, dass man auch die Vertreter des Wa ad L e u m i, die demokratische Vertretung von Erez Israel zuziehen soll. Wir sind bereit, die Türen aufzumachen. Wir stellen uns nicht auf den Standpunkt, dass nur wir das Erbstück uns behalten wollen. Wollen wir die Volksmassen oder die jüdische Plutokratie? Das ist das Entscheidende und deshalb haben wir unsere Resolution vorgelegt. Vizepräsident Motzkin: Zu den bisher verlesenen Anträgen des Permanenzausschusses und. der Minderheiten im Permanenzausschuss haben sich bereits fünf Mitglieder des Kongresses zum Worte gemeldet. Ausserdem liegt ein von 75 Mitgliedern unterzeichneter Antrag auf namentliche Abstimmung über die Mehrheitsresolution vor, dem wir unserer Geschäftsordnung gemäss, wenn wir zur Abstimmung kommen, Folge geben müssen. Laut unserer Geschäftsordnung gibt es für den Vorsitzenden bei der Abstimmung über solche Gesamtanträge des Ausschusses keine Handhabe für irgendwelche Beschränkungen der Debatte. Es ist Ihnen überlassen, ob Sie wieder eine Debatte über diese Vorschläge haben wollen. (Rufe: Nein!) Ich mache Sie weiter darauf aufmerksam, dass ein Antrag auf Schluss der Debatte nur mit Zweidrittelmehrheit entschieden werden kann. Mitglied des A. C. Dr. Leon Reich: * # Ich konstatiere, dass der Antrag nicht den Schluss der Debatte bedeuten soll, weil diese schon geschlossen ist. Wir haben die Debatte geschlossen und haben nur die Anträge gebracht, die auf Grund der geschlossenen Debatte abgefasst wurden. Es könnte jetzt nur ein Antrag auf Eröffnung einer neuerlichen Debatte kommen. Vizepräsident Motzkin: Das ist ein Kommentar, den ich deswegen nicht akzeptiere, weil bei sämtlichen Anträgen, die vorgebracht wurden, die Debatte zugelassen wurde,, ohne dass ein Antrag auf Eröffnung der Debatte gestellt wurde. Mitglied des A. C. Louis Lipsky: Ich will dem Herrn Vorsitzenden folgendes zur Kenntnis bringen: Wir haben zwei Tage über die Jewish Agency debattiert, und ehe die Debatte geschlossen worden ist, ist den Mitgliedern der Exekutive das Wort erteilt worden, worauf ein Beschluss angenommen wurde, die Debatte über die- 422

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.