Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 429)
- Language
- German, English, Hebrew
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zu verlesen und darüber abzustimmen. (Geschieht; nach der Abstimmung:) Die Anträge 15 und 16 sind angenommen. Die nächste Plenarsitzung findet um 9 Uhr abends statt. Ich s c h 1 i e s s e die S i t z u n g. (Schluss der Sitzung: halb 8 Uhr abends.) 17. Sitzung Donnerstag, den 16. August 1923. Beginn der Sitzung: 9 Uhr 15 Minuten abends. Vizepräsident Motzkin: Ich eröffne die 17. Sitzung des Kongresses. Das Wort hat Herr Professor Laserson zu den Anträgen betreffend die Universität in Jerusalem. Delegierter Prof. M. Laserson (Hitachduth-Lettland, spricht jüdisch): Hoher Kongress! Die Frage der Stellungnahme zur Universität berührt nicht nur ein Kulturproblem, sondern die ganze Grundlage des Weiterbestehens des jüdischen Volkes, denn wir müssen sagen, dass ein Volk, das keine eigene Wissenschaft aufweist, auch keine eigene Kultur hat. Das. beweisen die Randstaaten Europas, wie Lettland und Estland, die es für nötig gefunden haben, binnen wenigen Monaten die Losung einer eigenen Wissenschaft zu proklamieren. Bei uns ist leider noch nicht das Bewusstsein allgemein geworden, dass eine Universität eine Notwendigkeit und: kein Luxus ist. Ich finde, dass in dem Antrage, der hier eingebracht wurde, eine kleine Verbesserung vorgenommen werden muss in dem Sinne, dass in dem Punkte, der von der Gründung des Universitätsverbandes spricht, gesagt werden soll, die Hauptaufgabe dieses Verbandes sei nicht nur die dort angeführte, sondern dass es viel wichtiger ist, dass in jedem Lande ein Zentrum bestehe, welches die Idee von der Notwendigkeit einer höheren Wissenschaft bei den Juden popularisiert. Wir müssen in die Massen die Idee* von einer wissenschaftlichen Alijah hineintragen. Der Numerus clausus besteht überall faktisch und unsere Jugend wird von wissenschaftlicher Arbeit und wissenschaftlichem Denken verdrängt. Sie hat keine Möglichkeit, sich ihrer eigenen Wissenschaft zu widmen. Wir müssen die Universität in Jerusalem zum Zentrum der jüdischen Kulturentwicklung machen. Das kann nur dann geschehen, wenn die Landeskomitees, welche gegründet werden sollen, nicht nur philanthropische Vereine, sondern Zentren sind, von denen gewisse Ideen zur Verbreitung der Erkenntnis von der Notwendigkeit der Wissenschaft ausgehen. In die Landeskomitees müssen Vertreter der breiten jüdischen Massen aufgenommen werden, welche den Gedanken der jüdischen Wissenschaft popularisieren können. Denn dies ist nicht nur eine Frage einzelner Philanthropen, sondern eine Frage des ganzen Volkes. (Beifall.) Vizepräsident Motztin: Die Beschlussfassung über den Vorschlag des Herrn Prof. Laserson wird im Zusammenhange mit der Beschlussfassung über sämtliche Anträge der Subkommission für Universitätsangelegenheiten erfolgen. . Erlauben Sie mir, Ihnen ausserhalb der Tagesordnung folgende Mitteilung zu machen : Der Delegierte Rabbiner Dr. A. Nufok (Libau) richtete durch das Kongresspräsidium eine Interpellation an den Vorsitzenden des Zionistischen 406