Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 404)
- Language
- German, English, Hebrew
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ionds. Ucber die Einzelheiten konnten wir keine endgültigen Beschlüsse fassen. Aus diesem Grunde sind die Beschlüsse über den Kolonisationsfonds ziemlich allgemein gehalten. Wir haben nur den Grundsatz aufgestellt, dass dieser Kolonisationsfonds nach Prinzipieneines Unternehmens verwaltet werden muss, welches öffentlich-gemeinnützigen Charakter hat. Wir verlangen ferner, dass die vorläufigen Richtlinien der Verwaltung von der Exekutive im Einvernehmen mit dem Actions-Comite festgesetzt werden, dass aber die Exekutive verpflichtet sein soll, im Laufe des nächsten Jahres ein Statut des Kolonisationsfonds zu verfassen und dem nächsten Kongresse zur Genehmigung vorzulegen. c) Der Zionistenkongress hält es zum Zwecke der gedeihlichen Fortführung der landwirtschaftlichen Siedlungsarbeit für nötig, dass mindestens 30 Prozent des für die Zwecke der landwirtschaftlichen Kolonisation vorgesehenen Budgets nicht später als in den Monaten Oktober und November bereitgestellt werden. Dieser Beschluss entspricht einem praktischen Bedürfnisse, welches sich im Laufe der Palästinaarbeit herausgestellt hat. W7enn wir beispielsweise für die landwirtschaftlichen Siedlungszwecke einen gewissen Betrag votieren, so war bisher der Vorgang der, dass die Palästinaexekutive die monatlichen Eingänge vom Keren Hajessod proportionell auf die einzelnen Ressorts verteilte. Wenn beispielsweise das landwirtschaftliche Departement im allgemeinen Budget mit einem 33prozentigen Anteile bedacht war, so hat die Palästinaexekutive jeden Monat von den Eingängen 33 Prozent dem landwirtschaftlichen Departement zur Verfügung gestellt. Diese Art der Zuweisung der Gelder an das landwirtschaftliche Departement ist nicht nur nicht zweckentsprechend, sondern in vielen Hinsichten direkt schädlich. Das landwirtschaftliche Departement muss mit den Bedürfnissen und mit den Verhältnissen der Landwirtschaft rechnen. Bei Beginn der Arbeit stellte sich heraus, dass beispielsweise das Vieh nicht in Raten gekauft werden kann, sondern zu einem gewissen Zeitpunkte, wo der Markt hiefür der günstigste ist. Ebenso kann der Ankauf von Samen oder landwirtschaftlichen Geräten nicht in Raten erfolgen. Es müssen daher in den ersten Monaten des Betriebsjahres, also September, Oktober, November, verhältnismässig viel grössere Beträge zur Verfügung stehen als in den späteren Monaten, wo die Wirtschaft eingerichtet ist und die Ausgaben nicht so gross sind. Wenn das nicht geschieht, arbeiten unsere Siedler mit grossem Verlust, weil sie die Beträge, die nötig sind, sich auf jede Weise beschaffen müssen, oft Wucherzinsen zahlen und erst im Laufe des Jahres nach Massgabe der Eingänge der Gelder das Geld zurückerstatten. Fachleute haben berechnet, dass wir aus diesem Grunde um 20 bis 30 Prozent teurer arbeiten, als wir es sonst könnten. Soll daher die Arbeit auf dem Gebiete der Landwirtschaft zweckmässig vor sich gehen, dann muss die Exekutive dafür Sorge tragen, dass in den ersten Monaten des Wirtschaftsjahres ein verhältnismässig grösserer Betrag dem landwirtschaftlichen Departement zur Verfügung steht. Aus diesem Grunde halten wir es für notwendig, dass der Kongress die Exekutive in dieser Richtung verpflichtet, dass mindestens 30 Prozent in den Monaten Oktober und November zur Verfügung gestellt werden. Natürlich werden dann die Beträge in den nächsten Monaten umso kleiner sein. d) Soweit nicht schon mit den Siedlern über die Verpflichtungen gegenüber den Finanzinstitutionen der Organisation Vereinbarungen getroffen worden sind, empfiehlt der Kongress der Exekutive den baldigen Abschluss von derartigen Verträgen mit den dauernd angesiedelten Personen. Es besteht nämlich bis jetzt, bis auf ganz geringe Ausnahmen, folgender Zustand. Die Siedler haben von den zionistischen Institutionen verschiedene Vorschüsse bekommen, wissen aber bis heute nicht, was sie schuldig sind, wann und wie sie das zurückzuzahlen haben. Das ist ein Zustand, der nicht weiter geduldet werden kann. Die Siedler müssen wissen, 381