Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 380

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 380 (sequence 403)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476280--5511-3481656
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

r gaben als auch die von der Exekutive in den bestehenden Siedlungen und Betrieben bereits geschaffenen Sachwerte umfassen. Die vorläufigen Richtlinien für die Verwaltung des Kolonisationsfonds hat die Exekutive der Zionistischen Organisation zu bestimmen und dem Actions-Comite zur Genehmigung vorzulegen. Das von der Exekutive auszuarbeitende endgültige Statut ist dem nächsten Kongress zur Beschlussfassung vorzulegen. Geehrter Kongress! Ich möchte Ihre besondere Aufmerksamkeit auf diesen Vorschlag der Kolonisationskommission lenken. Wie Ihnen bekannt ■sein dürfte, ist unsere Siedlungsarbeit bisher in bezug auf die finanziellen Verpflichtungen der einzelnen Siedler noch ziemlich ungeordnet vor sich gegangen. Der Keren Hajessod hat ganz bedeutende Kolonisationsvorschüsse an unsere Siedler und zwar sowohl an die individuellen Siedler als auch an die kooperativen Siedlungen erteilt. Diese Gelder sind zum grossen Teile produktiv verwendet worden, indem man Häuser errichtet, lebendes und -totes Inventar eingekauft hat. Diese Gelder, welche den Siedlern, die bereits dauernd angesiedelt wurden, gegeben worden sind, hängen für die zionistischen Institutionen und für die Zionistische Organisation eigentlich in der Luft. Es ist keine Bestimmung darüber getroffen worden, wann, auf welche Weise, von wem und an wen diese Gelder zurückgezahlt werden sollen. Gegen diese Art der Kolonisationsarbeit hat schon der XII. Kongress Ein- -spruch erhoben. Insbesondere haben die Herren de Lieme und Simon dagegen protestiert, dass produktive und unproduktive Ausgaben durcheinander gemengt werden. Ich glaube, dass wir heute nach den Erfahrungen der letzten Jahre schon zur Einsicht gekommen sind, dass wir produktive Ausgaben von den unproduktiven strenge absondern müssen. Es ist eine Existenzfrage für den Keren Hajessod, dass die Gelder, die im Laufe der Jahre an die Siedler gegeben werden, in absehbarer Zeit und nach einem festgelegten sicheren Plan irgendeinmal zurückkommen, damit der Keren Hajessod auf diese Weise sozusagen aus sich heraus sich erneuern kann und nicht andauernd alle hundert Prozent seiner Ausgaben aus den Spenden der Diaspora schöpfen muss. Diese Frage ist von der Kolonisationskommission eingehend studiert und behandelt worden. Die Leitung ist in der Kommission leider nur mit einem ganz allgemeinen Vorschlag gekommen, dass ein Kolonisationsfonds geschaffen werde. Wir sind nach den Beratungen zu folgendem Ergebnisse gekommen. Im Rahmen des Keren Hajessod wird eine separate Institution, genau so wie es der Keren Kajerneth oder eine andere finanzielle Institution ist, ins Leben gerufen und diese wird Kolonisationsfonds genannt. In diesen Kolonisationsfonds fliessen alle die Beiträge, welche von der Leitung in Erez Israel an die Siedler für produktive Ausgaben gegeben werden. Diese Beträge sind von den. Siedlern, welche sie bekommen, nach einem festen Tilgungsplan zurückzuerstatten. Wir wissen sehr gut, dass diese Rückzahlungen in der ersten Zeit nicht pünktlich vor sich gehen werden. Wir wissen sehr gut, dass diese Darlehen, die vom Keren Hajessod, beziehungsweise Ton der Zionistischen Leitung gegeben werden, langfristig sein müssen; dass mit der Rückzahlung vielleicht erst zwei Jahre nach der Darlehens-Erteilung begonnen werden kann; aber wir müssen einen Rückzahlungsplan aufstellen und wir tun das nicht nur im Interesse des Keren Hajessod, sondern auch im Interesse der Siedler. Heute wissen unsere Siedler nicht, was sie ihr Eigen nennen können, denn alles, worüber sie verfügen, Grund und Boden, die Gebäude, die Wirtschaftseinrichtungen, das tote und lebende Inventar gehört nicht ihnen. Ich glaube, es wird für die Kolonisation und für die Siedler gesund sein, wenn die Siedler mit Ausnahme des Bodens die übrigen Sachwerte, die sie mit Hilfe der Zionistischen Organisation für sich schaffen, zurückzahlen können, damit sie nach einer gewissen Zeit, nach Ablauf einer gewissen Anzahl von Jahren ausser dem Boden alles andere ihr Eigen nennen können. Diesen Zweck verfolgt die Schaffung des Kolonisations- 380

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.