Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 401)
- Language
- German, English, Hebrew
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des Orients; Versorgung mit Arbeit in Palästina; Ansiedlung der Geeigneten unter ihnen in der Landwirtschaft; Ernennung von Vertretern der Juden des Orients für alle Institutionen der Leitung. Ausserdem schlage ich bezüglich der Durchführung der Kongressbeschlüsse in der Frage der hebräischen Sprache folgendes vor: 1. Das Präsidium ist verpflichtet die Sitzungen hebräisch zu leiten; 2. die Delegierten, die das Hebräische beherrschen, sind verpflichtet nur hebräisch zu sprechen; 3. es ist nationale Pflicht aller Delegierten, Hebräisch zu lernen; 4. die Reden derjenigen, die nicht Hebräisch können, hat der Vorsitzende ins Hebräische übersetzen zu lassen. Vizepräsident Motzkin: Meine Damen und Herren! Ich habe Ihnen einmal mitgeteilt, dass ein Brief vom Mitgliede des Actions-Comites Herrn Julius Simon eingelangt ist. Der Brief lautet (liest): Liebe Freunde und Genossen! Zum ersten Male seit vielen Jahren nehmer ich an den Beratungen des Kongresses nicht teil. Aus zwingenden persönlichen Gründen musste ich meinen Plan, vor dem Kongress nach Erez Israel und dann zum Kongress zu gehen, in letzter Stunde aufgeben. Mit tiefstem Bedauern bleibe ich diesmal von den alten Genossen fern. Meine Anschauungen, welche mich vor zwei Jahren zwangen, aus der Exekutive auszutreten, haben sich inzwischen nur noch bestärkt. Ich bin ferner überzeugt, dass nur eine weitgehende Autonomie der Landsmannschaften und Föderationen die Möglichkeit schafft, das Problem der Mitarbeit der Juden der verschiedenen Länder zu lösen, was nicht geschehen kann durch den unmöglichen Versuch, ein allgemeines, für alle Länder gleichmässiges Schema aufzustellen, sondern nur durch eine Anpassung an die lokalen Bedingungen. Auch die Frage der Jewish Agency ist meines Erachtens nicht nach einem vorher ausgeklügelten Plan zu lösen und nicht durch Vergebung von Rechten an Notable. Die Jewish Agency muss allmählich und organisch; aus der tatsächlichen Arbeitsleistung der verschiedenen Gruppen unä Organisationen in Palästina entstehen. Ich bin mit ganzem Herzen bei Euch. Mit treuen Zionsgrüssen (gez.) Julius Simon. Geehrter Kongress! Wir haben jetzt auf der Tagesordnung die verschiedenen Berichte der einzelnen Teile der Palästinakommission. Wir haben bereits etwas vorweggenommen, nämlich den Bericht über die Universität. Wir werden auf diesen Teil noch bei den Vorschlägen der Kulturkommission zurückkommen. Jetzt aber gehen wir zum ersten Punkte über, zur Frage der Kolonisation. Referent der Kolonisationskommission ist Herr Dr. S c h m o r a k. Aus technischen Gründen lasse ich eine Pause von fünf Minuten eintreten. (Die Sitzung wird unterbrochen. — Nach Wiederaufnahme der Sitzung:) Das Wort hat Herr Dr. Schmorak. Berichterstatter Delegierter Dr. Emil Schmorak (Ostgaliziieii, deutsah): Hoher Kongress! Die Kommission für Kolonisationsarbeit hat sich in zwei Unterkommissionen, und zwar in eine Kommission für landwirtschaftliche Siedlung und eine Kommission für Handel und Industrie geteilt, die die vorstädtische Siedlung in ihren Beratungs-, kreis ebenfalls einbezogen hat. Die Subkommissionen haben separat verhandelt, ihre Vorschläge sind dann vor das Plenum gekommen und wurden dort gemeinsam beraten und beschlossen. Ich habe im Auftrage der Kolonisationskommission hier die Vorschläge im Bereiche der 1 a n d w i r t- 378