Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 400)
- Language
- German, English, Hebrew
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ELFTER VERHANDLUNGSTAG 16. Sitzung Donnerstag, den 16. August 1923. Beginn: 3 Uhr 15 Minuten nachmittags. Vizepräsident Motzkin: Ich eröffne die 16. Sitzung des Kongresses und erteile zunächst Herrn Gurland aus Südafrika das Wort. Delegierter E. Gurland (Südafrika, jüdisch): Geehrter Kongress! Ich will mich kurz fassen. Ich möchte Ihnen sagen, dass alle Vorschläge, die von verschiedenen Rednern gemacht worden sind, um mehr Mitarbeiter für unsere Sache, für den Aufbau Palästinas zu gewinnen, nicht durchführbar sind, wenn man die Arbeit dieser Leute nicht richtig einzuschätzen weiss. Ich habe unter den vielen Reden des Kongresses keine einzige gehört, die die Leistungen der südafrikanischen Zionisten anerkannt hätte. Wissen Sie, dass seit Jahren dort tüchtige Leute unermüdlich für den Aufbau Palästinas arbeiten? Wissen Sie, dass in Kapstadt zum Beispiel Herr Schwarz, der 22 Jahre lang an der Spitze der dortigen Gruppe steht, 5000 Pfund für die hebräische Universität gegeben hat und dass es dort viele ergebene Zionisten gibt? Geehrter Kongress! Ich stelle den bescheidenen Antrag, der Kongress möge die Arbeit der Einzelnen, die zu Gunsten Palästinas arbeiten, ausdrücklich anerkennen und ihnen den Dank aussprechen. Das wird uns viele frische Kräfte schaffen- Der einzige Redner, der in diesem Sinne gesprochen hat, war Herr überrabiner C h a j e s, der von der Kongresstribüne öffentlich die Arbeit des Präsidenten der Organisation anerkannte. Die südafrikanische Landsmannschaft hat mich beauftragt, den beiden grossen Führern W e i z m a n n und S o k o 1 o w ihr Vertrauen auszusprechen. Sie geben diegrössten Spenden für den Aufbau Palästinas: ihr gewaltiges Hirn, ihr weites Herz und ihre unermüdliche Arbeit. Ich wende mich auch an den Misrachi in allgemeinen und an die Rabbiner, vor denen ich eine grosse Achtung habe, insbesondere und sage ihnen, dass sie nicht richtig vorgehen, wenn sie eine Spannung hervorrufen und nicht für unsere Führer stimmen. Es trifft schon zu, dass Dinge vorkommen, die der Ueberzeugung der Frommen nicht entsprechen. Man sollte unsere Führer bitten, sie mögen dazusehen, dass diese Dinge aufhören, aber das ist nur auf friedlichem Wrege durchzuführen. Die Hauptsache ist, keine Spaltung hervorzurufen. Einigkeit ist das Grundprinzip und nur mit ihrer Hilfe werden wir unser Ziel erreichen. — Wir fordern überdies, dass eine gewisse Zahl von jemenitischen Juden nach Palästina gebracht wird. Delegierter David Abishar (Mesopotamien, hebräisch): Ich lege dem Kongresse folgende Forderungen der Zionisten des •Orients vor: Erziehung und Vorbereitung der orientalischen Juden für Palästina; Versorgung mit Visen und Orientierung der Einwanderung der Juden 377