Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 381)
- Language
- German, English, Hebrew
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die allgemeine Debatte ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag Syrkin ist abgelehnt. Ich bitte nun, die Einleitungsresolution (s. S. 354) nochmals zu verlesen. (Geschieht.) Delegierter Rabb. Levin (Misrachi, deutsch): Zum vierten Absätze dieser Resolution schlage ich vor, statt der Worte „nicht hindern" zu sagen: „nicht hindern sollen". Vizepräsident Motzkin: Wir müssen über dieses Amendement vorher abstimmen. (Nach vorgenommener Abstimmung:) Dieses Amendement wurde mit 60 gegen 57 Stimmen abgelehnt. Da das Resultat der Zählung bezweifelt wird, ordne ich eine neuerliche Abstimmung an. (Nach der Abstimmung:) Das Amendement des Herrn Rabb. Levin ist mit 73 gegen 65 Stimmen abgelehnt. Wir stimmen nun über die Einleitungsresolution der Keren Hajessod-Kommission ab. (Nach erfolgter Abstimmung:) Der Antrag ist angenommen. Ich ersuche nun, den ersten Antrag (s. o. S. 354) der Kommission vorzulesen. (Der Antrag gelangt in folgender Fassung zur Verlesung;) In Ausnützung der gewonnenen Erfahrungen wird beschlossen: 1. Der Kongress macht es allen Zionisten zur Pflicht, alle Kräfte für die Durchführung des Maasser-Prinzips zugunsten des Keren Hajessod nach Massgabe der Beschlüsse des XII. Zionistenkongresses einzusetzen. Del. Dr. N. Syrkin (Poale Zion-Amerika, jüdisch): Dieser Punkt über die Tätigkeit des Keren Hajessod ist in der ganzen Arbeit für den Aufbau von Erez Israel der entscheidende. Man hat den Gedanken des M a a s s e r proklamiert, aber er ist nur ein pium desiderium wie ein in der Luft schwebender Wunsch. Man hat den Gedanken der Selbstbesteuerung proklamiert, aber es gibt keinen Menschen, der sich selbst besteuert. W7ir müssen daher einen anderen Weg. betreten und ich bedauere es, dass die Kommission diesen Gedanken nicht aufgenommen hat. Wir gehen vom Grundsatze aus, dass alle Juden verpflichtet sind, sich zu besteuern. Ich kenne sehr gut die Argumente, die dagegen sprechen, z. B. dass wir keine Polizei haben, um die Steuer zu erzwingen. Dieses Argument sollte hier aber nicht vorgebracht werden. Denn es handelt sich um einen moralischen Druck im Wege der Aufklärung, der Propaganda, der Agitation. In Amerika geht die Keren Hajessod-Bewegung sehr gut. Wisset Ihr, wieviel Menschen sich an der Aufbringung dieser Million Dollar beteiligt haben? (Rufe: Achtzigtausend!) Und doch haben wir in Amerika zwei Millionen erwerbsfähiger Juden. Die jüdische Bevölkerung Amerikas hat vier Millionen und die Statistik besagt, dass die Hälfte davon erwerbsfähig ist. Die bisherige Methode ist also nicht richtig. Man muss den Keren Hajessod auf einem anderen Prinzip aufbauen. Jedes Komitee muss ein Steueramt sein. Ich weiss, dass im ersten Jahre nicht alle Juden bezahlen werden. Ich bin aber überzeugt, dass zwanzig Prozent bezahlen werden und dass sich der Gedanke endlich doch einbürgern wird. Darum behaupte ich, es sei die Pflicht des jetzigen Kongresses, den Gedanken zu proklamieren, dass alle Juden verpflichtet sind, sich am Keren Hajessod zu beteiligen und dass der Keren Hajessod dazu übergehen soll, alle Juden zum Zwecke des Aufbaues Palästinas zu besteuern. Jedem Juden wird eine Rechnung geschickt: Soundsoviel muss er bezahlen. Das allein hätte schon eine gewaltige moralische Wirkung. Diese Rechnungen sind Forderungen, die das jüdische Volk an jeden Judenstellt. 358