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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 359

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 359 (sequence 382)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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In diesem Gedanken liegt ein schaffendes Prinzip, und ich wünsche, dass der Kongress diesen Gedanken ernstlich aufnimmt und beschliesst, dass jeder Jude, ganz so wie er gewisse Beziehungen zu seiner Rasse und zu seiner Geschichte hat, sich auch mit seinem Gelde an der grossen nationalen Spende, dem Keren Hajessod, beteiligen muss. Denn das ist der einzige Weg, auf welchem wir die vielen Millionen aufbringen können, die zum Aufbaue des jüdischen Heimes notwendig sind. Mitglied des A. C. Abraham Goldberg (jüdisch): Der Vorschlag des Kollegen Dr. S y r k i n klingt sehr schön, aber er leistet nichts. Er verlangt, dass wir den Beschluss fassen, dass wir die Juden besteuern.. Wir haben ja einen Beschluss angenommen, dass wir die Juden mit Maasser besteuern, und zu unserem Bedauern nützt dieser Beschluss nichts. Glaubt Herr Dr. Syrkin, dass, wenn wir einen solchen Beschluss auf Besteuerung fassen, wir damit auch schon das Geld haben? Man sollte von Phrasen absehen und mit der Realität rechnen. Was wäre das Ergebnis? Wir würden sehr zufrieden den Kongress verlassen und sagen, wir haben die Juden besteuert. Was haben wir aber davon, wenn nichts hereinkommt? In Amerika haben nur 80.000 Juden Geld gegeben, nicht weil wir nicht beschlossen haben, dass man sie besteuern soll, sondern weil wir keine Leute haben, die an die Türen klopfen und arbeiten. Wenn ihr diese Leute finden werdet, dann werdet ihr nicht 80.000, sondern eine halbe Million zahlender haben. Wozu also eine Phrase annehmen, statt darüber nachzudenken, wie wir solche Leute gewinnen und mehr Geld hereinbringen sollen? Auch die Regierungen schicken Steuereinmahner aus. Würden auch wir den Mahner schicken, dann hätten wir das Geld. Ich bin deshalb dafür, dass man diesen Vorschlag nicht annimmt. Es macht einen schlechten Eindruck, wenn man jeden Tag etwas anderes beschliesst. Gestern erklärten wir uns für den Maasser und heute wieder sagen wir Besteuerung. Wir haben das nun einmal beschlossen, und wenn nicht heute, so wird in fünf Jahren jeder Jude Maasser geben müssen. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Motzkin: Sie haben den Vorschlag der Kommission und den Vorschlag des Herrn Dr. Syrkin gehört. Wir können über einen solchen Vorschlag nur einen Redner für und einen gegen hören. (Rufe: Abstimmen!) Zu einem neuen Vorschlage hat sich Herr L o k s z e n gemeldet. Delegierter Z. Lokszen (Polen, Dror-Gruppe, hebräisch): Das Prinzip des Maasser war ein solches, dass es mehr geschadet als genützt hat. Es gibt in der ganzen Welt keinen Menschen, der den Maasser entrichtet hat oder entrichten wird. Wir müssen da eine Reform durchführen. Statt des Maasser müssen wir eine progressive Steuer einführen, die mehr realistisch ist. Ich schlage vor, der Kongress verpflichte sämtliche Zionisten, mit allen Kräften dahin zu wirken, dass eine progressive Steuer vom Vermögen jedes Einzelnen eingehoben wird. Die Einzelheiten soll das Direktorium des Keren Hajessod festlegen. Vizepräsident Motzkin: Ich teile nicht 'die Auffassung, dass dies ein Amendement ist. Das sind neue Vorschläge. Ich wüsste nicht, welche Anträge ich vorher und welche ich nachher zur Abstimmung bringen soll. Ich werde daher die Anträge in ihrer chronologischen Reihenfolge zur Abstimmung bringen. Der erste Antrag der K. H.-K o m m i s s i o n lautet (liest): 1. Der Kongress macht es allen Zionisten zur Pflicht, alle Kräfte für die Durchführung des Maasser-Prinzips zugunsten des 359

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