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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 349

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 349 (sequence 372)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Vizepräsident Motzkin: Meine Herren! Die Universitätskommission hat noch zwei sachverständige Herren bestimmt, die sich hier kurz zu den Anträgen äussern sollen. Prof. Dr. Heinrich Loewe (deutsch): Geehrter Kongress! Namens der Universitätskommission habe ich Ihnen einige kurze Resolutionen zu unterbreiten und ich hoffe, Sie werden mir erlauben, kurz zu begründen, welche Erwägungen zu diesen Resolutionen geführt haben. Herr S o k o 1 o w hat bereits in seiner Eröffnungsrede mit einer grossen Geste, möchte ich sagen, auf die neue Phase in bezug auf die Universitäts- und Nationalbibliothek hingewiesen. Aber diese neue Phase muss durch unsere eigene Arbeit eingeleitet werden. Ich möchte dazu einige kufze Mitteilungen über die Nationalbibliothek machen. Die Arbeit des unvergesslichen Josef Chasanowitsch begann im Jahre 1892. In der Zeit von 1892 bis 1921 wurden 17.000 Bände in Jerusalem aufgestellt. In der Zeit seit 1921 bis heute ist die Zahl von 1/.000 auf mehr als 70.000 gestiegen. (Lebhafter Beifall.) In jedem Monate gehen regelmässig durchschnittlich 1000 bis 1200 Bände neu durch die Kataloge. Dazu kommen die grossen Sendungen, die einmalig einlangen, so dass die Bibliothek wächst und dauernd grösser wird. Gegenwärtig haben wir Aussicht, binnen kurzem das erste Hunderttausend zu erreichen. Ausserdem wird uns die uns längst gehörende Bibliothek des Baron G i n z b u r g über kurz oder lang anheimfallen. Wenn wir in den Besitz dieser Bibliothek gelangen, dann werden wir die Grundlage zu einer judaistisch-orientalistischen Bibliothek haben. ft Aber in dem Masse, wie die Bücher hereinkommen, wächst die Frage der Unterbringung. Das Haus ist so vollgestopft, dass wir die medizinische Bibliothek in einem besonderen Räume des Pasteur-Instituts unterbringen mussten. Wir stehen davor, dass wir nun ein neues Haus bauen müssen. Damit hängt es zusammen, dass wir eine Trennung der wissenschaftlichen von der populären Bibliothek vornehmen müssen. Das jetzige Haus liegt im Wohnviertel derjenigen jüdischen Bevölkerung, die in erster Linie auf die Bibliothek angewiesen ist. Dort werden wir die Volksbibliothek belassen, während wir am Skopus ein grosses Haus bauen werden, das aus dem Vermögen unseres grossen Präsidenten David W o 1 f f s o h n errichtet werden wird. Das David Wolffsohn-Haus wird ein monumentales Andenken an den grossen Mann sein, der jahrelang unsere Bewegung geführt hat und der der erste Genosse und Nachfolger Herzls war. Jede Religion kann in Jerusalem auf die grössten Baudenkmäler hinweisen, und die Stadt sieht vom Skopus wie eine christlichmohammedanische Stadt aus. Wenn wir Juden auf jüdische Baulichkeiten hinweisen wollen, dann müssen wir unter die Erde steigen, wo wir unsere Denkmäler, haben. Wir werden nun zum ersten Male ein grosses profanes Gebäude errichten in der Stadt, in der wir nicht einmal eine sehenswerte Synagoge haben. Deshalb werden wir das David Wolffsohn-Haus als ein grosses monumentales Gebäude errichten, und wir danken der Wolffsohn- Stiftung, dass sie sich entschlossen hat, dieses Haus zu bauen. Damit werden wir die Raumfrage nicht nur für die Bibliothek lösen, sondern auch für das juristische und historische Archiv, und wir werden für zwanzig Jahre Raum haben für die orientalistische Bibliothek. Gleichzeitig ist es uns gelungen, eine Kleinigkeit zu vollbringen, die vielleicht in Ihren Augen als etwas Bedeutendes erscheinen wird. Als ich auf dem vorigen Kongresse über das Wolffsohn-Haus sprach, sprach ich davon, dass es auch zu einer Stätte werden könnte, wo man jene Schriften herausgeben wird, die wir als Austauschobjekte für die Universität und Bibliothek gebrauchen, damit wir mit allen Akademien und gelehrten Gesellschaften in Austausch treten können. Das war damals ein frommer 349

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