Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 373)
- Language
- German, English, Hebrew
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Wunsch. Inzwischen hat dieser eine sehr reale Gestalt angenommen; es ist uns gelungen, durch die Hochherzigkeit eines Mannes, der die Mittel dazu hergegeben hat, von dem auch zum grossen Teile der Gedanke in dieser Richtung stammt, diese Sache zu realisieren. Unser Freund Schimon W e 1 i k o w s k i in Tel Awiw hat uns die Mittel gegeben, die Scripta U n i v e r s i_t a t i s herauszugeben, und diejenigen, die vorgestern im Saale hier waren, erhielten Proben davon. Es. waren dies vierundzwanzig Separata aus dieser prachtvollen Zeitschrift, an der Einstein und andere Gelehrte mitwirken. Vierzig solche Abhandlungen liegen gedruckt vor. Von den beiden ersten Zeitschriftbänden wird der erste Band in wenigen Tagen vorliegen. Unter Mithilfe von Professor W a r b u r g haben Welikowski und ich diese Zeitschrift redigiert. Wir werden uns bemühen, dass sie weiter auf dem hohen Standpunkte bleibt, auf dem sie jetzt steht. Wir haben dazu die Mittel, und mehr als die materiellen die geistigen Mittel. Vierhundert Gelehrte der ganzen Welt haben sich vereinigt, um mit uns diese Zeitschrift herauszugeben. (Beifall.) Es ist dabei bedauerlich, dass derjenige, der für die Bibliothek dieses Austauschobjekt schafft, durch den Umstand behindert ist, dass er im Auslande sitzt und nicht in Jerusalem die Arbeit machen kann. Er ist gewissermassen ein Direktor in partibus infidelium. Wieviel mehr könnte er leisten, wenn er diese Arbeit in Jerusalem machen könnte! Neben der Zentralbibliothek ist es gelungen, die Bibliothek Schaare Z i o n in Haifa in eine Stadtbibliothek umzuwandeln. Die Josef Hirsch- Stiftung hat uns die Mittel gegeben, sie einzurichten. Sie wird zur Bibliothek des Technikums und der Realschule werden. Alle diese Arbeiten sind nur möglich, wenn wir vorher das grosse Haus bauen, das wir jetzt errichten wollen. Wir bekommen von'allen Seiten Bücher. Selbst.die jüdische Gemeinde in Berlin hat mir . dreihundert kostbare Doubletten alter hebräischer Bücher übergeben, damit ich sie in die Nationalbibliothek überführen kann. (Beifall.) In jeder Weise unterstützt man uns; jetzt muss man uns helfen, das Haus zu bauen. Wir wollen eine Heimat bauen nicht bloss für das jüdische Volk, sondern auch für die jüdische Seele. In diesem Sinne schlagen wir folgende Resolution vor (liest hebräisch): L 1. Der Kongress stellt fest, dass die Universität und jede andere Kulturarbeit in Erez Israel der wissenschaftlichen Bibliothek in Jerusalem dringend bedarf. 2. Er nimmt daher mit Befriedigung von dem Abschlüsse des Vertrages mit der Wolffsohn-Stiftung Kenntnis und erwartet die baldigste Inangriffnahme und grösste Beschleunigung des Baues. 3. Für die nächsten zwei Jahre bewilligt der Kongress jje 3000 Pfund aus dem Budget der Organisation. 4. Das Kuratorium wird ermächtigt, die geeigneten Schritte zu unternehmen, um die noch fehlenden Mittel zu beschaffen. II. 5. Der Kongress ist der Ansicht, dass die Leitung des Bibliothekswesens ihren Sitz in Jerusalem haben solle. (Beifall.) Das sind die Resolutionen, die wir vorschlagen, und nun, meine Herren, helfen Sie uns zum Aufbaue dieses grössten Kulturwerkes, das wir brauchen, denn ohne dieses Kulturwerk werden wir keine Kultur, keine Universität und keine jüdische Seele in Jerusalem haben. Vizepräsident Motzkin: Wir sind mitten in den Beratungen über eine Reihe von Resolutionen verschiedener Kommissionen. Wir können mit Rücksicht darauf, dass die Resolutionen jeder Kommission zum grössten Teile mjt Resolutionen anderer Kommissionen kollidieren, in der Durchführung der Arbeit nicht vorwärts kommen. Ich wende mich daher an die Resolutionskommission mit der Aufforderung, im Laufe des morgigen Tages in sämtlichen Kom- 350