Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 371)
- Language
- German, English, Hebrew
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lind zahlreiche kleine Landsmannschaften angeschlossen haben, gebe ich folgende Erklärung aib; „Vor der Neuwahl der Exekutive halten es die Vereinigten Landsmannschaften für eine zionistische Notwendigkeit, dem Präsidenten der Organisation Dr. Chaim Weizmann ihren tiefen Dank und ihre herzliche Anerkennung für seine ausserordentlichen Leistungen im Dienste der zionistischen Bewegung auszusprechen. Die Vereinigten Landsmannschaften wollen ihn in seiner Arbeit mit aller Kraft unterstützen und sprechen ihm ihr volles Vertrauen aus." (Grosser, langanhaltciider Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Motzkin: Wir setzen jetzt unsere Arbeiten fort. Das Wort hat Herr Proiessor S<lo uchz. Professor Nahum Slouchz (lebhaft begrüsst, spricht hebräisch): Geehrter Kongress! Palästina wird nicht an einem Tage erbaut werden und auch der grosse Bau der palästinensischen Universität kann nicht an einem Tag durchgeführt werden. Dies ist keine leichte Sache. Auch in grossen Staaten waren Anstrengungen von Generationen notwendig, um aus Hochschulen wirkliche Universitäten zu schaffen. Die Arbeit ist gross und ausser gewissen Fächern, die allgemein sind, gibt es verschiedene, die besonders in Palästina, welches einen grossen Teil der menschlichen Kultur darstellt, besondere Pflege erheischen. So glauben die, die sich mit der palästinensischen Altertumskunde beschäftigen, dass sie 'mit der Rettung der Ueberreste unserer Vergangenheit, die unter der Erde ruhen, anfangen müssen. Ich weiss nicht, ob man die Geräte des Heiligtums finden wird, a'ber es ist bekannt, dass viele Geräte und Kunstschätze aus alter Zeit unter der Erde begraben sind. Ich weiss, dass die nichtjüdischen Gelehrten in dieser Richtung auch in Palästina arbeiten, und ich wende mich hier insbesondere an die Mitglieder des Misrachi, die an den religiösen 'Fächern ein besonderes Interesse haben. Ich will ihnen klarmachen, dass die Lösung dieser Fragen vielfach von dem Grade unserer Beteiligung an den «Ausgrabungen Palästinas abhängt und dass wir, wenn wir in dieser Richiung viel arbeiten werden, auch das von uns . allen gewünschte Ziel erreichen können. Ich glaube, dass jeder Jude verpflichtet ist, uns zu helfen, die Altertümer Palästinas auszugraben und ein nationales Museum im Turm Davids, den uns die Regierung zur Verfügung gestellt hat, einzurichten. Ich ersuche den Kongress, eine gewisse Summe für unsere Anbeit festzusetzen und so den Glauben der Mitarbeiter zu stärken. Sir Alfred Mond als Präsident des allgemeinen Ausschusses und Oskar S t r a u s als Präsident des Ausschusses in Amerika halben bereits ansehnliche Summen für diese Arbeit zur Verfügung gestellt und ausserdem versprochen, für diesen Zweck in Amerika in den nächsten zwei Jahren 50.000 Dollar zu sammeln. Aber wir brauchen auch moralische Hälfe. Möge jeder wissen, dass diese Arbeit ein Teil der Arbeit für die Errichtung der Universität ist. Der Waad Halaschon, der von Ben J eh u d a begründet worden und dessen Präsident jetzt David Yelliin ist, besteht und entwickelt sich. Seine Aufgabe ist es, die Lücken im hebräischen Sprachgebiet auszufüllen und über die Vervollkommnung und Erweiterung aer Sprache unter Wahrung ihres Geistes zu wachen. Vieie unserer Gelehrten werden über die Neuerungen, die in der Sprachwissenschaft vorgenommen wurden, ihr Urteil abgeben. Der Waad Halaschon wartet auf ihre Unterstützung. Als Mitglied des Waad Halaschon und als Leiter der Abteilung für Altertümer fordere ich den Kongress auf, durch seine Beteiligung die Hoffnung auf die jüdische Archäologie und die jüdische Akademie in Palästina verwirklichen zu helfen. 348