Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 358)
- Language
- German, English, Hebrew
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aber in der erzieherischen Seite des Problems. Die Fachausbildung iri der Hachscharah kann nicht von den geistigen und sozialen Aufgaben dieser letzteren getrennt werden. Die Cbaluzfarmen in Europa sind zwar noch immer nicht dasselbe was Kinereth oder Daganjah, aber der Chaluz lebt doch hier in einer geistigen A t m o s p ih ä r e der wahren Gemeinschaft, die sein Le'ben dem Ideale näher bringt und die ihn für die Gesellschaftsformen seiner Palästina-Zukunft vorbereitet Und noch eines: die Erfahrung der letzten Jahre hat uns gezeigt, dass die sichersten Stützpunkte der. jüdischen Arbeit in Palästina diejenigen sind, welche auf eigene Verantwortung der Arbeiter geführt werden. So ist es schon seit langer Zeit in der Landwirtschaft. Dasselbe lässt sich jetzt bei den öffentlichen Arbeiten, bei dem Bauwesen und — allmählich — in der städtischen Industrie feststellen. Den Betrieb, seine Organisation und seine wirtschaftliche Führung unter eigener Verantwortung zu leiten, ist eine schwere Aufgaibe, zu der man sich gehörig vorbereiten muss. Das kann in Privatbetrieben nicht geschehen. Nur in der eigenen Ch a 1 u z w i r t s c h a f t gewinnt der Chahiz den Ueberblick über den Gang des Betriebes, er lernt hier in Gemeinschaft leben und arbeiten, organisieren und verwalten und gemeinschaftlich die Verantwortung tragen. Nicht zum blinden Knechte der Arbeit soll der Chaluz werden, er soll sie mit seinem Geiste beherrschen und zu ihrem Meister werden. 3. Eine Aufgabe für sich ist die Ausbildung von S p e \z i a 1fachleuten. Die vereinzelten Fachleute auf dem Gebiete der Bienenzucht, der Geflügelwirtschaft oder der Pflanzungen, die sich schon jetzt unter der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas befinden, haben , viel dazu beigetragen, das Niveau der Arbeit in ihrer Umgebung zu heben. Einzelne Chaluzim, die sich dazu eignen, sollen entweder in Palästina oder aus den Chaluzzentren im Gallith ausg-ewählt werden und eine ernste Ausbildung erhalten. Diese Ausbildung kann selbstverständlich nicht in den Chaluzbetrieben, sondern nur in speziellen Lehranstalten und Farmen geschehen, wobei man sich stets dessen bewusst sein muss, dass jeder einzelne, der anf diese Weise ausgebildet worden ist, das Niveau der Arbeit von vielen anderen hebt. 4. Wer soll nun schliesslich diese Hachscharah-Arbeit finanzieren? Denjenigen, die sich mit der Chaluzarbeit beschäftigen, ist es seit langem klar, dass diese Arbeit nicht nur von den Zionisten allein geführt werden muss. Alle Organisationen, die sich die Aufgabe gestellt haben, die jüdischen Massen zu produktivieren, sie professionell auszubilden und ihre Auswanderung zoi erleichtern, sind verpflichtet, an diesem Werke teilzunehmen, •und viele dieser Gesellschaften haben dies auch eingesehen. Wer den Wunsch hegt, der jüdischen Jugend die Liebe zur Arbeit ein- 335