Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 357)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ausbildung, insbesondere die landwirtschaftliche Ausbildung, in den klimatischen Verhältnissen des Nordens überhaupt von irgendwelchem Nutzen für die spätere Arbeit in Palästina sein kann. Andere verweisen darauf, dass, wenn man dieselben Summen, die man jetzt im Qaluth für die Zwecke der Ausbildung verwendet, in Palästina ausgeben sollte, man dieselben Resultate erzielen würde und dadurch gleichzeitig etwas auf kolonisatorischem Gebiete in Palästina leisten könnte. In dieser Argumentation liegt sicherlich ein Stück Wahrheit. Denn eine lange Zeit noch werden wir auf unsere Kwu>zoth in Palästina wie auf Lehrfarmen schauen müssen, und einen grossen Teil ihrer Defizite muss man als Schulgeld der noch nicht Ausgebildeten ansehen. Würden also die Chahizim mit ihrem Fleiss und ihrer Hingabe auch noch Fachkenntnisse nach Palästina mitbringen, so würden auch unsere landwirtschaftlichen Kwuzoth und die städtischen Arbeitspunkte ganz andere "Resultate aufweisen. In den Fällen, in denen die klimatischen und die spezifischen Arbeitsbedingungen eine Vorbereitung in Palästina verlangen, ist es ein grosser Unterschied, ob di'ese mit Menschen durchgeführt wird, denen es nur an Anpassung an die spezifischen Bedingungen fehlt, oder mit solchen, die überdies nicht an physische Arbeit gewöhnt sind. Es ist auch zu bedenken, dass die Einwanderung nach Palästina gegenwärtig weit davon entfernt ist, eine freie Einwanderung zu sein. Von dem Momente, in welchem der Chaluz nach Palästina zu gehen beschliesst, bis zu dem Augenblicke, in dem er das Schiff besteigt, vergeht bei den heutigen Verhältnissen eine recht lange Zeit, und es wäre eine unverzeihliche Sünde, wenn man diese Zwischenzeit nutzlos verstreichen lassen wollte. Wir müssen es lernen, auch vom Unglücke das Maximum des Vorteiles zu ziehen. Was wir bei beschränkter Einwanderung ■ verurteilt sind, an Quantität izu verlieren, müssen wir durch Verbesserung der Qualität ersetzen. 2. Wie soll die Vorbereitungsarbeit geführt werden? In eigenen Chaluzbetrieben oder in den bestehenden Privat Unternehmungen? Man hat den Zweifel geäussert, ob improvisierte Chaluzbetrie.be die Funktion -eigentlicher Lehrfarmen erfüllen können und oib sich nicht eher richtige Fabriken und landwirtschaftliche Betriebe als Ausbildungsstätten eignen. Tatsächlich hat auch die Erfahrung zum Beispiel in Deutschland gezeigt, dass Chaluzim, welche bei einzelnen Bauern oder Gutsbesitzern ihre Ausbildung erhalten hatten, nach Palästina solide Kenntnisse mitbrachten. Man kann a'ber diese Erfahrung nicht «zu einer bindenden Regel erheben, obwohl auch in Polen, Litauen und Rumänien eine .grosse Zahl von Chalnziim in. Privatunternehmungen 'arbeitet. Denn es ist ein Irrtum, zu glauben, dass diese isolierte Ausbildung mit gar keinen Kosten verbunden ist. Das entscheidende Moment liegt .334