Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 352)
- Language
- German, English, Hebrew
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sicherlich bevor der Kongress »es beschlossen hat — aus entferntesten Ecken strömten junge Kräfte hervor und gingen geradeaus nach Palästina. Kein Hindernis war ihnen zu gross, keine Grenze vermochte sie aufzuhalten. Während dieser vier Jahre hat sioh die jüdische Bevölkerung Palästinas fast um 50 Prozent vermehrt Die Kräfte, «die nach Palästina gekommen sind, sind sicherlich die besten, die das jüdische Volk in diesen Jahren hat ' hervorbringen können. Der Glaube hat uns nicht getäuscht. Das erwartete Wunder hat sich ereignet. . . Und doch halten wir es für •unsere Pflicht, den Glauben, als ob der S t r o m der C h a 1 uz i m für alle Zeiten ein unaufhörlicher sein müsste und dass er aus eigener Kraft ständig, . ohne Unterbrechung in gewünschtem Ausmass und Qualität fliessen muss, zu erschüttern/ Denn zusammen mit dem Lobe und Preise, mit welchem auf zionistischen Versammlungen die Chaluzhewegung gekrönt wird, hat-sich in der zionistischen Welt der Glaube eingebürgert, dass der Strom der Palästina wan derer nie versiegen werde. Wir besitzen nicht diesen Glauben und wir wünschen, dass der Kongress und die ganze Bewegung dieser unserer Unruhe teilhaftig Werde. Gewiss sind die tiefen Ursachen der heutigen Chaluzwand-erung nicht ephemeren Charakters, man kann aber nicht sagen, -dass sie aus einer -Quelle fliesst, die nie verschüttet werden kann. Gewiss gibt es noch heute -in vielen grossen und kleinen Städten ebenso viele Juden, die. den Willen und die Fähigkeit haben, nach Palästina zu gehen, „wie die, welche bereits herübergekommen sind, aber doch ist die Sorglosigkeit und Fatalität, mit welcher -wir diese Frage ' behandeln, nicht weniger gefährlich als unser Verhalten in anderen Beziehungen. Nicht zum ersten Male in der Geschichte sind wir Zeugen einer Einwanderungsbewegung nach Palästina, und wir haben bereits gesehen, ' wie solche Bewegungen zusammengebrochen sind — nicht immer wegen äusserer Ursachen. Und wenn wir uns der Art der Wirtschaft erinnern, welche wir in den letzten drei Jahren mit denT eingewanderten Menschen getrieben haben, so entbehrt diese Sorge nicht einer genügenden Grundlage. Wollen wir es offen sagen, dass mit diesem Schatze, ■ welcher der Zionistischen Organisation vom jüdischen Volke anvertraut worden ist, Raub Wirtschaft getrieben wurde. Wer in der Zionistischen Organisation hat dafür gesorgt, dass die geistige Stärke der Chaluzim nicht gelähmt wird, dass aus ihnen keine früh- ' zeitigen Invaliden werden, dass ihre Hingebung belohnt wird und dass ihr Opfer -Segen bringt? Der Strom der Einwanderung kann weiter fliessen, aber man möge nicht glauben, dass er unter allen Umständen weiter fliessen muss. Das weitere Schicksal der Einwanderung ist 'zum grossen Teil abhängig von der rzdonistischen Bewegung und von 'Ihren Leistungen in Palästina.- und im Galuth. Um die t r e i b e n d e n Kräfte der QhaluzSbewegung in 329