Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 344)
- Language
- German, English, Hebrew
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anläge machen, kann. Er verkauft den Boden nicht freiwillig aus europäischen wirtschaftlichen Erwägungen heraus, sondern er verkauft ihn normalerweise nur dann, wenn er durch die Höhe seiner Schulden dazu gezwungen wird. Die Frage, ob in Palästina Böden zum Verkaufe angeboten werden, hängt also viel weniger davon ab, wer dafür einen etwas geringeren oder besseren Preis bietet, sondern davon, ob die Grossgrundbesitzer dringend Geld brauchen. Wenn sie in der Zukunft ihre Geldbedürfnasse durch eine staatliche oder private Agrarbank befriedigen können, wird das Angebot von Boden — davon bin ich überzeugt — sehr stark zurückgehen. Und zum Schlüsse noch eins: von dem gesamten Boden Palästinas sind zur Zeit nur etwa 35 Prozent kultiviert, und nur weitere 15 Prozent sind kulturfähig, zusammen also 50 Prozent. Die anderen 50 Proizent sind kahle Berge und Sanddünen, die für absehbare Zeit für Kultur ungeeignet sind und nicht in Frage kommen. Von dem kulturfähigen Boden sind aber mindestens zwei Drittel in Händen der Fellachen, d. h. zerstückelter Kleinbesitz, der für unsere Kolonisationszwecke nicht geeignet ist, ganz abgesehen davon, dass wir überhaupt aus politischen und menschlichen Gründen die Fellachen nicht landlos machen dürfen. Wir brauclhen, um systematisch kolonisieren zu können, grosse, zusammenhängende Grundstücke, nicht allzuweit von Häfen oder Eisenbahnstationen entfernt. Diese Böden finden wir nur bei den QrossgrundbesitizeriL Da diese, wie vorhin erwähnt, nur ein Drittel des kulturfähigen Bodens in Palästina besitzen, so kommt es darauf hinaus, dass uns 'bei unseren Käufen nicht der ganze Boden Palästinas, sondern nur ein Sechstel dieses Bodens zur Auswahl steht. Der Bodenkauf ist für unsere ganze Arbeit m Palästina so wichtig, dass wir ihn zu keiner Zeit aus unserer Tätigkeit ausschalten dürfen. Im Gegenteil, da die Aufgaben, die uns heute, nach der Mandatserteilung obliegen, zehn- und zwanzigmal so gross sind wie früher, so ist es absolut notwendig, dass auch unsere Tätigkeit auf dem Gebiete des Bodenkaufs sich entsprechend vervielfacht. Der Jüdische Nationalfonds, der bereits vor dem Kriege mehr als 50.000 Pfund Einnahmen jährlich hatte, sollte demgemäss heute eine halbe Million oder sogar eine Million Pfund Einnahmen haben, um den Bodenkauf im richtigen Tempo zu betreiben. Es ist sehr bedauerlich, dass er statt dessen nur eine Jahreseinnahme von 100.000 bis 150.000 Pfund zu verzeichnen hat. Hier muss Wandel geschaffen werden; und ich darf vielleicht kurz erwähnen, dass ich in der Ausgabe von Rentenbrief en durch den Jfc N. F. ein Mittel zur Erhöhung seiner Einnahmen sehe, und ich möchte gern, dass ein Versuch hiemit gemacht würde. Ferner muss die Palestine Land Development Company, 21 321