Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 341)
- Language
- German, English, Hebrew
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„Wenn Irgendeine landwirtschaftliche Ansiedlung in Palästina Erlolg hat, so wird Nahalal die erste sein." Die 1 a n d w i r t s c h a f 11 i e h e Kolonisation ist, in absoluten Ziffern genommen, nicht billig. Wenn wir im ungefähren Ziffern hiefür anführen wollen, so können wir sagen, dass uns ein landwirtschaftlicher Ansiedler etwa 800 Pfund, ein in Industrie' und Handwerk Angesiedelter etwa 200 Pfund kostet und dass wir auf zwei solche Ansiedler zwei in anderen Berufen (z. B. Beamte, Händler, Lehrer, Aerzte usw.) mit eigenen Mitteln rechnen können, so dass für je 1000 Pfund die Ansiedlungsmöglichkeit für vier Familien mit zusammen zwanzig Seelen gegeben ist. Der Betrag von 800 Pfund für einem landwirtschaftlichen Ansiedler ist nicht hoch veranschlagt, denn wenn wir den Boden mit 300 Pfund rechnen, so bleiben uns für Gebäude und Inventar nur 500 Pfund, und wir wissen, dass zum Beispiel in Beniarniina dieser Betrag nicht genügte, sondern die I. C. A. etwa 1000 Pfund für jeden Ansiedler (ohne den Boden) ausgab. England kolonisiert seine ausgedienten Soldaten in Australien sogar mit einem Betrag von 1500 Pfund. Sie wissen, dass unsere landwirtschaftlichen Arbeiter vornehmlich in Kwuzoth arbeiten. Wir können zwei Arten von solchen unterscheiden: die vorbereitendem Kwuzoth (Okku-* patiomsgenossenschaften) und die dauernden Kwuzoth (Siedlungsgenossenschaften). Die Kwuzah zum Zwecke der Okkupation bereitet den Boden für die künftige Ansiedlung vor und schafft durch Ausscheidung der unpassenden Mitglieder eine hoimogene Gruppe, die, wenn sie dann als Siedlungsgruppe arbeitet, eine grössere Gewähr für Erfolg bietet. Die Vorwürfe, die man von mancher Seite gegen unsere Kwuzoth hört, sind unberechtigt, denn man muss bedenken, dass meue Formen für unsere Kolonisation gesucht werden müssen. Wir können nicht einfach den russischen Muschik oder den Landwirt irgendeines anderen Landes kopieren. Dazu ist unser Menschenmaterial izu eigenartig. Es lässt siclh nicht einfach in soziale Formen hineindrängen, die für andere Völker und andere Länder bestehen; es muss sich die ihm adäquaten Formen sozialen Zusammenlebens schaffen. Ich möchte nur einige Worte sagen über unsere landwirtschaftlichen Arb e i t e r überhaupt. Ich bin nicht blind gegen ihre Fehler. Es fehlt den meisten von ihnen eine gründliche berufliche Ausbildung, es fehlt ihnen vielfach der Sinn für Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit, ich habe häufig mit Bedauern Mangel an Ordnungsliebe und an ästhetischem Sinn bemerkt. Aber diese Fehler sind nicht spezifisch für sie; es sind die Fehler des ganzen jüdischen Volkes in den Ländern, aus denen unsere Einwanderer kommen. Und es ist mir klar, dass sie durch die Reise von Osteuropa nach Palästina nicht mt einem Male alle diese Fehler verlieren, sondern dass dies Jahrzehnte in Anspruch .318