Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 330)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ich kann nicht von persönlichen Dingen sprechen, ich wünsche auch nicht, dass man über Personen spricht. Aber ich möchte Sie bitten, eine solche Resolution zu fassen, eine solche Form des Votums zu finden, dass die Exekutive als eine kleine kompakte Körperschaft gewählt werden kann, der wir für alle Verhandlungen vertrauen, die unsere Wünsche durchführen kann, und dem Actions-Comite die Verantwortung dafür zu übertragen, dass der Wille dieses Kongresses durchgeführt wird. Wo lag denn der Grund des Uebels? Ich gebe Ihnen gerne zu, es war vielleicht ebenso sehr Dr. Weizmanns Fehler wie der von irgend jemand sonst, dass vor zwei Jahren eine unmögliche Exekutive von 13 Mitgliedern gewählt wurde, — tüchtige Männer, ich kritisiere keinen einzigen von ihnen — aber wir brachten sie in eine unmögliche Position. Wir rissen sie mitten -auseinander, wir setzten sechs nach Jerusalem und sieben nach London. Sie können nur zusammentreffen, wenn sie nach Karlsbad kommen, — glücklicherweise haben wir ja einen Kongress. Und was können diese 13 tun? In Wirklichkeit war während des grössten Teiles des vergangenen Jahres die Mehrheit der Exekutive in Amerika. Wir haben eine wandernde Exekutive unter dem Druck der Notwendigkeit, für das Budget zu sorgen, .nicht aber eine arbeitende Exekutive, die den Willen eines Kongresses ausführen kann. Wenn das das Ergebnis ist, dass wir in London tatsächlich -den grösseren Teil der Zeit über keine Exekutive hatten und dass in Palästina mindestens die Hälfte von uns, mehr als die Hälfte der Zeit abwesend war, — wir konnten es nicht ändern, weil die Arbeit der Zionistischen Organisation dies erforderte, — dann wird unsere Lage unmöglich. Daher möchte ich Ihnen vorschlagen, dass wir uns bei diesem Kongress entschliessen sollen, eine kleine Exekutive von nicht mehr als fünf Mitgliedern zu wählen; zwei davon sollen der Präsident der Organisation und der Vorsitzende der Exekutive sein, die anderen drei die Vertreter der drei Finanzinstitutionen, die wir aufgebaut haben: Jüdische Kolonialbank, Keren Hajessod und Keren Kajemeth. Im Grunde ist unsere Arbeit in Palästina wirtschaftliche Arbeit. Wenn wir uns auf eine kleine Exekutive von fünf Mitgliedern beschränken, können wir vielleicht jene Harmonie und Homogenität erzielen, für die Herr Ussischkin sich einsetzt. Wenn Amerika mit mehr als 110 Millionen Menschen von einem Kabinett von zehn Mitgliedern regiert werden kann, so brauchen wir nicht dreizehn: wenn das britische Weltreich von einem Kabinett von zehn bis zwanzig Mitgliedern regiert werden kann, so brauchen wir nicht dreizehn. Eine kleine, starke Exekutive würde genügen. Mit Bezug auf die Agency möchte ich sagen, dass ein Wort von Herrn Ussischkin auf mich einen starken Eindruck gemacht hat. Hier, auf dieser Plattform sprach er seine Anerkennung für Pinsker, Herz! und Nordau aus. Ich glaube, es wäre an der Zeit, Arbeit für das Judentum anzuerkennen, bevor diejenigen, die sie leisten, tot sind. Es ist an der Zeit, dass wir, wenn wir erkennen, dass ein schönes Stück Arbeit geleistet wurde, unseren Führern unsere Dankbarkeit noch zu ihren Lebzeiten zeigen. Daher schliesse ich mit diesem Worte: Die Jewish Agency gibt uns, zu welcher Form wir uns immer entschliessen mögen, die Möglichkeit, andere Juden heranzuziehen. Sollten wir auch den Erfolg nicht haben — wir haben auch beim Keren Hajessod nicht den vollen Erfolg erreicht, wir verlangten 25 Millionen Pfund und wir haben in zwei Jahren nur eine Million Pfund bekommen — sollten wir nicht alle reichen Juden heranziehen können: auf jeden Fall wird uns dies um einen Schritt vorwärts bringen, und das kann uns für den Augenblick genügen. Mitglied des F. u. W. Rates Dr. Georg Halpern: Ich muss lediglich eine Bemerkung des Herrn Ussischkin richtigstellen. Sämtliche Beschlüsse in der letzten Generalversammlung der Jüdischen Kolonialbank sind von den Aktionären selbst an- 20* 307