Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 329)
- Language
- German, English, Hebrew
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mann gegen die Exekutive sei. Er erklärte, es handle sich um ein Programm, und wenn dieses Programm anerkannt wird, so ist das eine Anerkennung der ganzen Exekutive. Ich möchte aber einen Schritt weitergehen. Ich stehe hier nicht bloss als ein Vertreter der Zionistischen Organisation; ich mache mir vielmehr Gedanken über unsere Zukunft. Sie, die Sie glauben, die Jewish Agency kann die Zionistische Organisation zerstören, Ihnen sage ich, dass, wenn Sie bei diesem Kongress Weizmann zerstören, Sie damit die Zionistische Organisation zerstören. Ich will Ihnen ein einfaches Beispiel geben. Bevor ich abreiste, bat mich der Präsident des Keren Hajessod in Amerika, Herr Samuel Untermeyer, ein Mann, der zweifellos einer der besten juristischen und finanziellen Köpfe der Vereinigten Staaten ist, Ihnen ein kurzes Begrüssungsschreiben zu tiberbringen, und ich will es Ihnen jetzt vorlesen: 26. Juli 1923. Lieber Ben! Bitte, drücken .Sie dem Kongress mein tiefes Bedauern darüber aus, dass ich nicht imstande bin, nach Karlsbad zu kommen, wie ich gehofft hatte. Sagen Sie, bitte, auch, dass wir in Amerika der Palästinasache ernstlich ergeben sind und dass nichts, was in menschlichen Kräften steht, unterlassen werden soll, um den Erfolg' dieser stolzen Unternehmung zu sichern, die unserem Volke mehr geben wird als irgend etwas, was jemals seit Menschengedenken unternommen wurde. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Reise und verbleibe mit den ergebensten Empfehlungen an Dr. Weizmann und tiefer Anerkennung alles dessen, was er für die Sache getan Hat und tut, Ihr sehr ergebener (gez.) Samuel Untermeyer Ich möchte Ihnen nun sagen — und ich spreche nicht von persönlichen Dingen —, dass Dr. Weizmanns Reise nach Amerika, die Arbeit der vier Monate von März bis Juni, eine ganz neue Zionistische Organisation in Amerika aufgebaut hat; und es ist nicht die Frage, ob Ihnen Weizmann recht ist oder ob er Ihnen nicht recht ist; es ist nicht <Iie Frage, ob Amerika mit seiner Bewunderung für Weizmann recht hat oder unrecht; die Tatsache ist, dass Weizmann die ehrliche Mithilfe von Gruppen und Klassen und Massen gefunden hat, die niemals früher etwas vom Zionismus wissen wollten; und wenn er als gebrochener Mann von diesem Kongress weggeht, müssen wir, die amerikanischen Delegierten, nach Amerika zurückkehren (ich sage das nicht als Drohung, sondern einfach als eine Feststellung, die zu machen mein Gewissen mich zwingt) und wir werden nicht einmal ein Viertel der Arbeit leisten können, die wir in den letzten beiden Jahren für Palästina geleistet haben. Und darum müssen Sie, ob Sie wollen oder nicht, Dr. Weizmann das Vertrauensvotum dieses Kongresses geben, und zwar ohne Einschränkung. Ich weiss, es gibt Parteischlagworte und Parteiregungen, aber ich möchte unsere Freunde von der Linken bitten, einen Augenblick zu vergessen, dass sie nach dem Grundsatz von Karl Marx immer kämpfen müssen. Es gibt Zeiten, wo Kampf einen Verlust für Ihre eigene Sache bedeutet. Und ich möchte meine Freunde von der. Rechten fragen, ob «es uns in Zukunft helfen wird — ich muss diese Frage stellen, wenn Palästina — vielleicht nicht der Misrachi, sondern der ganze „Misrach" — in Gefahr kommt, weil wir nicht nach Amerika gehen und die Mittel bekommen können, um unser Erez Israel aufzubauen. Ich schliesse darum, meine Freunde, mit diesem einen Gedanken: Ich sagte, die Jewish Agency sei keine neue Frage. Ich glaube das wirklich Wort für Wort. Die wahre Frage ist: Wie wird die neue Zionistische Exekutive zusammengesetzt sein? Das ist die Frage hinter den Kulissen. 306