Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 327)
- Language
- German, English, Hebrew
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Anderen übergebet — die Kontrolle unsererseits ist eine blosse Phrase — so macht Ihr einen Schritt, nach welchem es kein Zurück mehr gibt Die Gefahren eines solchen Schrittes sind weit grösser als die Vorteile, die Ihr Euch versprechet. Dr. Weizmann hat hier ehrlich gesagt, dass die Sache ihre Bedenken habe, dass eine gewisse Gefahr bestehe, und wenn er so denkt, er, der Mann, der diese Sache anstrebt, dann müsst Ihr, die Kompromissler, dies, umso mehr beachten. Entscheidet auf diesem Kongress die Hälfte der Frage, die Frage, der Vereinigung auf ökonomischer Basis! Wir werden zwei Jahre lernen und dann. sehen, wie weit wir auf dieser Basis gediehen sind. Daun, nach zwei Jahren kommet mit weiteren Schritten! Springt nicht mit einem Male ins Ungewisse! Das tut man nur, wenn man sehr stark und mächtig ist, wenn man sich vor nichts#fürchten muss — oder wenn maa nichts zu verlieren hat. Keines von beiden gilt für uns. Wir sind weder so mächtig, dass wir einen solchen Sprung überleben können, wenn wir statt Nordau und Herzl Vertreter vor die englische Regierung stellen, die gestern noch mit allen Kräften gegen unsere nationalen Bestrebungen aufgetreten sind; wir sind aber auch nicht so schwach, dass wir nichts zu verlieren hätten. Wir haben noch, Gott sei Dank, etwas, zu verlieren. Hüten wir das, was wir haben» springen wir nicht ins Dunkle! (Stürmischer Beifall.) Mitglied der Exekutive Richter Bernhard A. Rosenblatt (englisch): Geehrter Kongress! Es scheint das bedauerliche Schicksal der zionistischen Bewegung zu sein, dass alles, was wir schaffen, unter Aufregung, Kämpfen und scharfer Debatte geschaffen werden muss. Alsvor etwas mehr als zwei Jahren der Keren Hajesso$ in der Konferenz der amerikanischen Zionisten in Cleveland eigentlich erst geschaffen wurde, stand ich an der Seite meines Freundes Ussischkin, meiner Freunde Dr. Schmarja L e v i n und Dr. Weizmann und wir kämpften Schulter an Schulter für eine Sache. Was war diese Sach.e? Eine Erweiterung der Zionistischen Organisation, um das ganze jüdische Volk in den Keren Hajessod einzuschliessen; jeder, der zum Keren Hajessod beitragen wollte, wurde, welches immer seine politischen Anschauungen sein mochten, eingeladen, zusammen mit uns am Aufbau Erez Israels zu arbeiten. Und heute, nach zwei Jahren, wc wir zu Ihnen kommen und eine weitergehende Verbreitung der Zionistischen Organisation .fordern, weil es dem Keren Hajessod gelungen ist, die Mitarbeit jener zu gewinnen, die das Baseler Programm zwar nicht annehmen wollen, aber Geld für den Keren Hajessod geben wollen (und Herr Ussischkin und wir alle sind bereit, ihr Geld zu nehmen und es für den- Aufbau Palästinas zu verwenden), wenn wir heute kommen und die weitergehende Erweiterung fordern, die alle Juden einschliessen soll, erklärt uns mein Freund Ussischkin —- den ich ehre und schätze, — wir dürfen keine „politischen Rechte" jenen ausliefern, die mit uns arbeiten wollen. Meine Freunde, ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass die einzigen politischen Rechte, die wir wirklich besitzen, wirtschaftliche Rechte sind. Unsere politischen Rechte — damit stimmt jedermann überein, Herr Ussischkin, Dr. Weizmann und jeder andere — hängen davon ab, wieviel Geld wir nach Palästina bringen, wieviel Einwanderer wir nacb Palästina bringen, wieviel menschliche Kräfte, wieviel Geldkräfte wir auf Erez Israel konzentrieren können. Aber ich gehe noch weiter und muss einen Augenblick auf Artikel 4 des Mandates verweisen, der in unmissverständlicher Wreise über politische Rechte schweigt. Vielleicht haben wir einen Fehler begangen; vielleicht hätten wir mehr verlangen sollen, als Artikel 4 uns gibt. Aber Artikel 4 gibt uns keine politischen Rechte. Artikel 4 gibt uns wirtschaftliche und soziale Rechte: 304