Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 325)
- Language
- German, English, Hebrew
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# *'. o 'ökonomische Arbeit gegeben hat, denken nicht daran, in die Jewish Agency zu gehen, und wenn man wegen neuer Menschen und wegen neuer Organisationen redet, so entsteht bei mir die Frage: wo sind die materiellen Kräfte, die in der Jewish Agency sein wollen und die wir nicht hereinlassen? Diejenigen, die nur auf dem Standpunkte des ökonomischen Aufbaues des Landes stehen und sich vor dem politischen Momente fürchten, werden nicht in diese Jewish Agency gehen. Interessant ist, dass es noch eine Gruppe, und zwar eine zionistische Gruppe gibt, die nach ihrem Programme auf der Basis der rein ökonomischen Arbeifesteht. Das ist die berühmte Brandeisgruppe. Auch die will nicht in die Jewish Agency gehen. (Dr. Halpern: Das ist nicht richtig!) Das ist richtig, Herr Dr. Halpern. Und darum steht in dieser Frage das Problem ganz anders. Es gibt ein jüdisches Sprichwort, das heisst, wer das Geld gibt, der hat das entscheidende Wort. Es ist zwar kein besonders schönes Sprichwort, aber ich glaube, es ist wahr. Herr Dr. Weizmann hat das Argument gebracht, dass der, welcher Geld hergibt, auch das Verfügungsrecht über seine Verwendung haben will. Das ist richtig, obwohl es in unserer idealistischen Zeit auch anders war; obwohl nach den Statuten, die wir für die Jüdische Kolonialbank ausgearbeitet haben, die einen das Geld hergeben und die anderen über die Verwendung zu entscheiden haben. Das war in der Zeit des grossen Idealismus, wo man das Geld nicht nur zu sammeln, sondern auch zu verwalten verstanden hat. Aber trotzdem, das Argument hat seine Berechtigung. *Aber brauchen wir dazu die Jewish Agency? Die grössten Einnahmen beziehen wir jetzt aus dem Keren Hajesso d. Hier sind die Türen für die Aufnahme neuer Elemente. Unter den Organisationen, welche die Mittel haben und sie herzugeben bereit sind, gibt es keine, die eine Vertretung in der Jewish Agency haben wollen. Wenn Gruppen da sind, die in dieser oder jener Form helfen wollen, so haben sie die Möglichkeit, durch den Keren Hajessod eine Vertretung zu erlangen. Sollen wir aber den, der mit uns arbeiten will, zugleich aber sagt: „In die Organisation gehe ich nicht und in den Keren Hajessod gehe ich nicht", — in die Jewish Agency nehmen? Wer mit den Verhältnissen in Erez Israel vertraut ist, der weiss, dass man mit dem jüdischen Gelde auch Sachen schaffen kann, die nicht Im Interesse des jüdischen Jischuw und des nationalen Aufbaues sind, loh kann eine gianze Reihe von Beispielen bringen, will das aber jetzt nicht tun. Es war einst eine Deputation der Chowewe Zion bei Rothschild, die ihm sagte: Das ist dein, aber Erez Israel ist unser. Jetzt haben wir nicht mehr den Mut, so zu sprechen. Ich stelle mir die zukünftige Arbeit in Erez Israel so vor: Einzelne Organisationen mit verschiedenen Anschauungen und Programmen .streben an, in Erez Israel zu arbeiten, und diese Gruppen, die in Erez Israel arbeiten wollen, sollen Vertreter zu einem Waad einberufen, der zusammen mit der Zionistischen Organisation an dem Aufbau des Landes arbeitet — aber nur auf ökonomischem Gebiete. Das wird der erste Schritt sein, sich mit Kräften ausserhalb der Zionistischen Organisation zu vereinigen. Weiter können wir heute noch nicht gehen. Wenn man von der politischen Repräsentation spricht, so sind Elemente, die ausserhalb der Zionistischen Organisation stehen, * iür uns jetzt unmöglich. Ich will hier zwei Männer nennen, deren Beispiel uns zu denken geben soll. Der eine ist Morgenthau. Er war Gesandter in Konstantinopel, er war sehr freundlich zu Erez Israel, er ist ein guter Jude, er war in Erez Israel und hat schöne Reden gehalten. Was hat der Zionismus von diesem Manne? Fragen Sie die Herren von Baltimore. (Ruf: Das ist ein falsches Beispiel.) Es g'ibt noch ein besseres Beispiel. Das französische Judentum hat nach Palästina einen seiner guten Juden geschickt; sein Name ist allbekannt, er heisst S'ylvain Levy. Sokolow und Weizmann hatten das Glück oder das Unglück, mit diesem 302