Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 322)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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r\ # V/ # Dieselben Argumente, die Grünbaum und andere gegen die Erweiterung angeführt haben, sprechen, wie ich beweisen könnte, für die Erweiterung. Ich habe leider nicht die Möglichkeit, das weiter auszuführen, ich kann nur sagen: für mich steht die Frage so, dass man mit solchen Theorien nicht arbeiten kann. Herr Grünbaum will in erster Linie das jüdische Volk organisieren, stellt die Erez Israel-Arbeit in zweite Linie und will den Schwerpunkt auf die erste Frage legen. Er hat gesagt, er könne warten, auch wenn die Arbeit langsamer gehen wird. Diese Weltanschauung bekämpfen wir, weil wir sie für den weiteren Aufbau von Erez Israel für gefährlich halten. Ich will nicht die anderen Argumente widerlegen, ich will nur resümieren und sagen, dass die Weltanschauung Grünbaums und anderer Führer gewisser Föderationen und Fraktionen zur Liquidierung des jetzigen Systems führt. Bei den Föderationen und Fraktionen spielen andere Motive mit. Sie fürchten um ihre eigene Existenz, sie fürchten, dass ein anderer frischerer Geist in unsere Reihen kommen werde und dass andere Menschen kommen, die sich dem Diktat ihrer Parteien nicht unterwerfen werden. Der beste Beweis ist der Kongress. Für die Stellungnahme in sehr ernsten Fragen ist den Föderationen und Fraktionen nicht das Interesse des Aufbaues von Erez Israel massgebend, sondern sie lassen sich nur von ihrem eigenen Interesse leiten. (Beifall.) Mit diesem Systeme muss endlich einmal ein Ende gemacht und mit den jetzigen Methoden gebrochen werden. Jetzt komme ich zu der Hauptfrage. Ich habe gesagt, wenn man die Erweiterung nicht will, so soll man es offen sagen. Leider gibt es Gruppen, die nicht wie Herr Grünbaum aufrichtig erklären, dass sie dagegen sind, sondern sagen: wir sind dafür, und gleichzeitig eine ganze Reihe von Forderungen aufstellen, die nicht zur Erweiterung, sondern zu einem Kompromisse führen, was eine Erweiterung unmöglich macht. Die einen kommen und sagen: die beste Form ist der Weltkongress. Aber wer meint, dass die Annahme eines Beschlusses durch diesen Kongress uns zum Weltkongress führen wird, der zeigt eine vollständige Unkenntnis der Dinge. Das hängt nicht von unserem Willen ab, dazu gehört die Verständigung mit allen Faktoren und Gruppen, die in Betracht kommen, angefangen von der Agudas Jisroel. Der Weg ist nach meiner Ueberzeugung ein anderer. Wenn der Misrachi hier vom Weltkongress spricht, so glaubt er, dass er damit allen Orthodoxen zusammen als Sieger kommen wird. Er täuscht sich aber, weil der Kongress nicht zustande kommen wird, weil .eine Reihe von Hindernissen im Wege sfehen. Wir können zu einem Weltkongress kommen, wenn wir erst die Sache bei uns in provisorischer Form machen. Die neue Fraktion der Zionistischen Demokratie macht die Sache unmöglich. Sie sagt, wir brauchen die Vertretung der Judenheiten der verschiedenen Länder. Dann können wir ja gleich den Weltkongress bringen; eine Weltkonferenz, wie sie uns die Demokratie vorschlägt, ist absolut nicht nötig. Denn wenn wir es fertig bringen, mit allen Juden in den betreffenden Ländern einig zu werden, so wird es auch beim, Kongress gehen können. Vizepräsident Motzkin (unterbrechend): Ich mache Sie aufmerksam, dass Ihre Zeit um ist. Delegierter Leon Levite: Die polnische Landsmannschaft hat die Geduld des, Kongresses nicht in Anspruch genommen, ich bin ihr erster Redner und bitte daher den Kongress, mir noch zehn Minuten Redezeit zu gewähren. Vizepräsident Motzkin: »*- Ich habe Ihnen schon weit über die zehn Minuten gegeben, ich gebe Ihnen noch fünf Minuten, dann müssen Sie Schluss machen. 299