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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 294

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 294 (sequence 317)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5425-3481570
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Delegierter Dr. Selig Brodetsky (England, deutsch): Es scheint, dass alles, was man über die Agencyfrage sagen kannv schon gesagt worden ist. Wenn ich aber das Wort ergreife, so geschieht es aus dem Grunde, weil ich glaube, dass doch etwas Wesentliches vergessen worden ist. Man hat uns Gespenster vorgeführt von dem, was geschehen mag, wenn wir dieses oder jenes tun. Es ist eine alte Erfahrung, dass die vollkommensten Pläne, in denen jede Möglichkeit vorgesehen ist, sich in der Wirklichkeit doch nicht durchsetzen lassen. Nehmen wir unseren Keren Hajessod. Ich glaube, dass ich nicht übertreibe, wenn ich sage, dass der Keren Hajessod jetzt nach drei Jahren der Arbeit ganz anders* aussieht, als wir ihn uns vorgestellt haben. Ebenso wird es auch mit der Jewish Agency sein. Die schönen Pläne, die wir jetzt machen, werden wahrscheinlich an den Klippen der Wirklichkeit scheitern. Ich will nicht sagen, dass es nicht wichtig sei, die Konstitution der Agency zu besprechen. Es ist unbedingt notwendig, dass die neue Leitung, wisse, was wir Delegierten und unsere Wähler von einer solchen Agency verlangen. Es ist ebenso notwendig, dass die neue Leitung die Meinung des Kongresses über das Aussehen dieser Agency höre und dass diese unsere Forderungen in Rechnung gezogen, werden, wenn die Leitung ari: die Konstituierung der Agency schreitet. Ich will aber sagen, dass es doch die Erfahrung sein wird, der die Leitung folgen muss und wird. Man hat hier viel mit mathematischen Begriffen gewirtschaftet. Die Losung von 50 zu 50 ist schon zum Scherze in unseren Reihen geworden.. Ich verstehe auch ein wenig von Mathematik und ich muss sagen, dass alle diese Ziffern mir überhaupt gar nichts sagen. Wenn wir ein Bündnis mit den sogenannten Nichtzionisten schliessen, so ist dieses Bündnis nicht von den Zahlen abhängig, sondern von dem guten Willen. Wenn wir glauben, dass die Herren, die wir in die Jewish Agency heranziehen, zu uns mit der Absicht kommen, unsere fundamentalen zionistischen Ideale zu vernichten; wenn wir glauben, dass diese Herren nur eine halbe Verantwortung tragen wollen oder werden; wenn wir glauben, dass bei ihnen die ganze Palästinatätigkeit nur Wohltätigkeit sei: dann sollen wir überhaupt mit ihnen in kein Bündnis treten. Wenn wir aber bereit sind, und ich glaube, wir sind alle bereit, mit diesen Herren zusammen zu arbeiten, so kann das nur sein, weil wir doch wissen, dass das Interesse dieser Leute an Palästina etwas anderes ist als ihr einfaches „Zdoko"-Gefühl. Niemaifd stellt sich vor, dass wir in Palästina etwas machen wollen, was schon im Galuth existiert. Für Polen haben wir kein Mandat, für Argentinien haben wir keine Balfour-Deklaration, und diejenigen Herren und Organisationen, die in Polen für Wohltätigkeitszwecke gearbeitet haben, wissen, dass es sich in Palästina um ein ganz anderes Ideal handelt. Und wenn sie das noch nicht erfahren häben, so werden sie es erfahren, sobald sie anfangen, den Eintritt in die Jewish. Agency zu behandeln. Man hat hier sehr viel über die Demokratie gesprochen. Haben Sie keine Angst, ich werde nicht die Theorie der Demokratie «behandeln. Eines muss ich aber sagen — und das ist wichtig in bezug auf den eigentlichen Inhält der jetzigen Diskussion. Ich glaube, dass ich mich nicht irre, w^nn ich behaupte, dass die Herren der Fraktion der Zionistischen Demokratie bereit sind, Nichtzionisten als Mitglieder der Jewish Agency anzunehmen, wenn sie von einem Weltkongress oder von einer Weltkonferenz .oder von einzelnen Landeskonferenzen der Judenheiten gewählt werden, aber nicht, wenn sie nur von Organisaßonen, wie zum Beispiel der AJA in England, in die Agency oder in den Council der Agency gewählt werden. T£fi gestehe, dass das ein wichtiger Punkt ist, dass, wenn wir die Zeit hätten, die judenheit der Welt endgültig zu organisieren, dieses Prinzip ganz sine qua non wäre. Aber unsere Juden stehen an den Toren von Erez Israel und wollen an die Arbeit des- 294

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