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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 293

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 293 (sequence 316)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5424-3481569
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Juden. Nun kam der Kongress und da wurde beschlossen: „Der Zionismus erstrebt die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Erez Israel für das jüdische Volk" — nicht für eine Gruppe von Juden. Herr Sokolow hat richtig gesagt, man hat bisher geglaubt, dass wir das jüdische Volk vertreten, aber nun müssen -wir den Beweis dafür erbringen. Von dieser Seite betrachtet muss man^sagen: Die Lösung der Frage durch Verbindung mit einzelnen Gruppen oder Personen kann nicht den Erfolg zeitigen, der englischen Regierung zu beweisen, dass das ganze jüdische Volk Erez Israel will. Wir müssen im Namen des ganzen jüdischen Volkes sprechen können. Das ist nur durch den Weltkongress möglich. Ich stelle mir den Weltkongress nicht so schwer vor. Gewiss, man braucht Vorbereitungen. Aber bis heute ist nicht versucht worden, den Weltkongress zustande zu bringen. Wir haben gesehen, dass man bei unseren Brüdern in Amerika sehr viel vorarbeiten musste, bis der dortige Landeskongress zustandekam. Wenn man die Notwendigkeit einer fünfjährigen Vorarbeit betont, so muss man sich fragen: Was hat man mit den zwei Jahren bisher gemacht? Dazu braucht man aufopfernde Arbeit. Man darf auch nicht vergessen, dass der Weltkongress zum grossen Teile von Zionisten beschickt sein wird. Es wird ein zionistischer Kongress in anderer Form sein. Man hält dies für ein Argument gegen den Weltkongress. Mir scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Wenn das zutrifft, dann haben wir das grösste Interesse daran, den Weltkongress einzuberufen. Wir verlieren dann nichts von unserer Macht, wir geben unsere Prinzipien nicht auf, dagegen gewinnen wir dann ein Recht, im Namen des ganzen Judentums zu sprechen. Wenn es also auch im gegenwärtigen Momente aus materiellen Gründen notwendig ist, eine Verbindung mit anderen Gruppen und einzelnen Persönlichkeiten zu schaffen, um das Tempo der Besiedelung und des Aufbaues von Erez Israel zu beschleunigen, und dies sehr wichtig ist und sich der Kongress gewiss darauf einigen wird, so müssen wir andererseits unserer neugewählten Exekutive die Pflicht auferlegen, die Frage des Weltkongresses mit gebührendem Ernste zu behandeln. Das hat •man bis heute vermisst. Es hat Zurückhaltung geherrscht, gewissermassen aus Furcht, dass man etwas aus der Hand geben könnte. Ich habe in unserer Bewegung drei Perioden solcher Angst durchgemacht: Vor 25 Jahren bei der Gründung der Kolonialbank, als man fürchtete, es könnten die Kapitalisten kommen und uns die Bank wegnehmen. Diese Furcht hat bewirkt, dass von dem Aktienkapital, das auf 2,000.000 Pfund projektiert war, heute, nach 25jährigem Bestände der Bank nicht einmal der fünfte Teil vorhanden ist. Die zweite Angst haben wir bei der Londoner Jahreskonferenz durchgemacht. Heute haben wir die dritte Angst, dass Juden zum Weltkongress kommen und den Zionismus eskamotieren könnten. Davor fürchte ich mich nicht und ich will eine Resolution in diesem Sinne vorlegen. Herr Dr. Soloweitschik hat allerdings gemeint, Resolutionen vorbringen, hiesse, die Sache begraben. Er meinte ferner, dass wir es der Geschichte überlassen sollen, die es von selbst machen wird. Ich sage aber, man muss der Geschichte nachhelfen. Ein Redner vom Misrachi hat wieder beantragt, eine Kommission* für die Frage des Weltkongresses zu schaffen. Wenn dies geschieht, so ist die Sache erst recht begraben, denn dann hat niemand eine Verantwortung und die Verantwortung der Exekutive erschemt abgewälzt. Die Resolution, die ich Ihnen unterbreite, lautet folgendermassen (liest): „Der XIII. Zionistenkongress beschliesst, dass die neugewählte Exekutiv« beauftragt wird, unverzüglich alle Schritte propagandistischer und organisatorischer Natur zu unternehmen, die zur Einberufung des Allgemeinen Jüdischen Kongresses zum Aufbau Erez Israels notwendig sind. Dieser Kongress muss in spätestens drei Jahren vom heutigen Tage an zusammentreten." Ich bitte um. Annahme dieser Resolution. (Lebhafter Beifall.) 293

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