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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 286

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 286 (sequence 309)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5417-3481562
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die Jewish Agency bilden dürfe. Alle anderen, sowohl die Gruppe A l Harnisch mar als der M i s r a c h i und die sonstigen Opponenten gegen den Plan des Präsidenten, gehen nicht" vom Gesichtspunkte aus, dass man zuviel Macht aus der Hand gibt,— im Gegenteile, man wirft ihnen vor, dass sie ihrerseits mehr Macht in« die Hand bekommen wollen,— sondern sie gehen von dem Gesichtspunkte aus, dass es keinen Sinn hat, eine Halbheit zu schaffen, die uns auf die Dauer die Schaffung eines Ganzen, des von uns erstrebten Ideals ganz unmöglich macht. Deswegen ist für die Gruppe, für die ich zu sprechen die Ehre habe, für den M i s r a c h i, der entscheidende Gesichtspunkt, dass wir gemäss dem Baseler Programm die Verpflichtung übernommen haben, Palästina für das gesamte jüdische Volk und nicht nur für die Zionistische Organisation zu erstreben. Oder anders: Unser zionistisches Ziel bestand von. Anfang, von der Gründung des politischen Zionismus an darin, Palästina zu erringen und das in aller Welt zerstreute und organisationslose jüdische Volk wieder zu einer Einheit zusammenzuschmelzen. Diesen Versuch hat H e r z l mit dem zionistischen Kongress gemacht, und er ist als solcher nicht gelungen. Dem Zionismus ist bisher die eine Aufgabe gelungen, Palästina zu erringen, aber nicht die zweite Aufgabe, das jüdische Volk als Gesamtheit wieder neu zu organisieren. Diese beiden Aufgaben stehen nun vor uns, wenn wir die Frage der Jewish Agency lösen wollen. Deswegen unterschreibe ich absolut, was gestern Dr. M a r g u 1 i e s hier gesagt hat, als er gegen diejenige Tätigkeit der Exekutive polemisierte, die darin bestand, dass die Jewish Agency bagatellisiert wurde. Als wir die Jewish Agency im Mandate erreicht hatten, haben wir nicht nur das Beratungsrecht erreicht, was vielleicht unseren Bedürfnissen nicht genügt, sondern etwas anderes, was in der Zionistischen Organisation beiweitem nicht genügend annerkannt wird, nämlich dass zum * ersten Male seit Jahrtausenden das jüdische Volk in seiner Gesamtheit für eine . Gesamtheitsaufgabe eine öffentlichrechtlich anerkannte V ertretung erhalten hat. Wenn diese Vertretung nun ausgestaltet werden soll, so kann dies nur vom Gesichtspunkte aus geschehen, dass diese Vertretung eine gesamtjüdische Vertretung ist, und keine noch so wichtige Aufgabe des praktischen Aufbaues Palästinas darf als Grund dazu dienen, um dieses Ziel unmöglich zu machen. Wenn in der Polemik vor dem Kongress und während des Kongresses davon gesprochen worden ist, dass diese Frage eine Frage ähnlich der Uganda-Frage ist, so ist das nicht im Sinne eines aufpeitschenden Schlagwortes zu verstehen, sondern in dem Sinne, dass hier eine eklatante Analogie zum Uganda-Problem vorliegt. Als das Uganda-Problem aktuell war, wollte man die Erreichung Palästinas um eines grundlegenden praktischen Erfolges willen, wegen der schnelleren Erreichung einer Heimstätte, aufgeben. Jetzt handelt es sich darum, den zweiten Teil unserer Aufgabe, die Organisierung des jüdischen Volkes aufzugeben, um einer schnelleren Erreichung des praktischen Aufbaues Palästinas willen. Und wie es damals die russischen Pogromopfer waren, die den Uganda- Gedanken zu Falle brachten, so sind es jetzt merkwürdigerweise gerade wieder die Palästinenser, also diejenigen, die in ihrer Existenz am stärksten bedroht sind, die trotz der Aussicht einer schnelleren Durchführung des Palästinaaufbaues den Gedanken der Organisierung des jüdischen Volkes nicht aufgeben wollen. Wegen der Kürze der Zeit möchte ich nur schlagwortartig erwähnen, dass in den Massensiedlungen Amerikas und Polens nach unseren Informationen die Möglichkeit des Weltkongresses ungleich grösser ist als die Beschickung des Zionistenkongresses und daher die Befürchtung wegfällt, dass der Weltkongress lediglich ein etwas veränderter zionistischer Kongress sein würde. Die andere Frage aber, ob auch die Westländer sich dazu aufschwingen würden, sich am Weltkongress zu beteiligen, möchte ich im Plenum nicht erörtern. Ich glaube, es wird in der Kommission die Möglichkeit sein darzulegen, wie. und mit, welchen Mitteln wie sie "gewinnen können. 286

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