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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 277

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 277 (sequence 300)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5408-3481553
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drohen, die mit uns konkurrieren und gegen uns sind. Mit Rücksicht auf die schwere Lage können wir uns mit der Einberufung einer Pro- Palästina-Konferenz, an der sich die Vertreter der jüdischen organisierten Massen beteiligen, als einverstanden erklären. Aber damit können wir nicht einverstanden sein, dass der Aufbau Palästinas einer Institution übertragen werde, die* nicht den Vertretern der Judenheit verantwortlich sein soll. Man sollte in diese Frage kein Chaos hineintragen. Man will da irgendein Kompromiss schliessen, um nur Frieden zu haben. Da kommen die Amerikaner und wenden ein, dass auch sie für eine Konferenz und nicht für einen Kongress sind. Sie sagen, dass es im amerikanischen Judentum Kreise gibt, die gegen eine allweltliche jüdische Organisation sind. Wenn sie sich aber vor dem internationalen Charakter fürchten, dann wird auch die Weltkonferenz die Weltorganisation doch nicht schaffen können. Es kommt also nur auf den Unterschied zwischen einer verantwortlichen und einer unverantwortlichen Jewish Agency an. Man soll da keine Provisorien und keine Kompromisse suchen, wie sie Weizmann und die Amerikaner vorschlagen. Dieser Weg wird den minimalistischen Kurs der Aussenpolitik im Zionismus nur verstärken, wird die Elemente der Privatinitiative in den Vordergrund schieben und beim Aufbau der Wirtschaft der Entwicklung des Zionismus überall Hindernisse bereiten. Ein solches Provisorium muss vom Kongress auf die entschiedenste Weise abgelehnt werden. Delegierter Oberrabbiner Amiel (Misrachi-Belgien, lebhaft begrüsst, spricht jüdisch): Dieser Kongress wird in der Geschichte der zionistischen Kongresse als der Kongress der Jewish Agency bezeichnet werden. Die Jewish Agency ist bei uns zum Schlagwort geworden und immer noch kommen neue Momente hinzu. Das Kapitel Jewish Agency nimmt bereits einen grösseren Raum ein als Erez Israel. Der Misrachi wird in diesem Punkte dieselben Richtlinien befolgen, die er schon auf dem XII. Kongress einhielt. Der Misrachi beharrt darauf^, dass die richtige, die radikale Lösung der Frage nur durch die Einberufung eines allgemeinen jüdischen Kongresses erfolgen kann. Weshalb beharrt nun der Misrachi auf dem allgemeinen jüdischen Kongress? Man wundert sich, dass der Misrachi, von dem gesagt wird, dass er gegen die Demokratie gegründet worden sei, den allgemeinen jüdischen Kongress will. Das ist aber gar nicht verwunderlich. Der Misrachi glaubt, dass nicht nur Erez Israel demokratisch sein muss, sondern auch der Weg dahin. Der demokratische Geist der Thora ist für uns massgebend. Wir wollen, dass in Bälde das Baseler Programm dahin geändert werde, dass es anstatt: „der Zionismus erstrebt . . heissen soll: „Das ganze jüdische Volk erstrebt die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Wir haben gesehen, dass in der letzten Zeit ein Unterschied zwischen Zion und Zionismus entstanden ist. Alle Juden sind für Zion, aber nicht alle Juden sind für den Zionismus. Ussischkin hat betont, dass die Zionistische Organisation in der letzten Zeit in Erez Israel so viel geschaffen hat wie alle anderen Organisationen zusammen. Aber das heisst umgekehrt auch, dass alle anderen Organisationen in Erez Israel so viel geschaffen haben wie die Zionistische Organisation. Nicht alles, was wir auf die Rechnung der Zionistischen Organisation stellen, gehört auf ihr Konto. Am Keren Hajessod und an anderen Dingen beteiligen sich zum grossen Teile auch Nichtzionisten. Die Zionistische Organisation schafft in Erez Israel höchstens 20 bis 30 Prozent. Die übrigen 70 Prozent schaffen Leute, die nicht für den Zionismus, aber für Zion sind. Auch diese müssen eine Vertretung im Aufbau Palästinas haben. (Del. Mereminski: Dann sollen sie zum zionistischen Kongress kommen!) Die Anderen

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