Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 291)
- Language
- German, English, Hebrew
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au: die obersten Etagen erstrecken, das heisst auf den Council, der mit ünserem A. C. zusammenkommen soll und eventuell auf einen kleineren, aus dem Council gewählten Ausschuss, der mit unserer Exekutive zusammenkommen und mit ihr arbeiten soll. Keinesfalls dürfen wir die einzuberufende Konferenz mit dem Kongress gleichsetzen, denn zu diesem können wir, wie ich früher ausführte, viele Juden nicht gewinnen. Ich kann nicht begreifen, wie man unsere Vorschläge als Abdankung, Kapitulierung und Liquidation bezeichnen kann. Ich sage im Gegenteile, wir machen Fortschritte, indem wir neue Menschen hereinziehen. Unsere Vorschläge sind nicht bestimmt, den Zionismus zu verwässern; sie zielen darauf hin. neue Elemente auf dem Boden der Idee des Palästinaaufbaues mir uns zusammenarbeiten zu lassen. Wir haben einen solchen Verdacht, als wollten wir den Zionismus verwässern, nicht verdient, denn \v[r haben einen schweren Kampf um die Reinheit des Zionismus geführt. Man kann uns nicht beschuldigen, dass wir für die Notabein und gegen die Demokratie sind. Wir verlangen bloss neue Kräfte, neue Pflichte n, neue Massen für den Palästinaaufbau. Das wird in Amerika eine starke Position für Erez Israel schaffen. Wenn wir in Erez Israel stärker werden, werden wir neue Elemente für uns gewinnen; dann werden immer mehr Juden auf unsere Seite kommen, wie sie nach der Balfour-Deklaration gekommen sind. Der beste Weg hierzu ist die Konferenz, die wir vorgeschlagen haben, und die Erweiterung der Jewish Agencv. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Berl Kaznelson (Poale Zion, Oesterreich, jüdisch): Ich glaube, dass die Frage, der Jewish Agencv überhaupt aufgebauscht worden ist. Man hört keine klaren Worte über sie und wir wissen nicht, wie man sich die Sache überhaupt vorstellt. Die ganze Jewish Agency ist kein Produkt der Notwendigkeit und wird nicht von unserer i^rbeit in Palästina gefordert. Wäre die Jewish Agency eine ernste Sache, aann hätte man mit einem konkreten Pia n und nicht mit allgemeinen Formeln vor uns treten sollen. Wir haben mit solchen allgemeinen Formeln bereits schlechte Erfahrungen gemacht; ich erinnere nur an die Formel ♦.National honie". Man kann dann alle möglichen Interpretationen geben und wir können nie wissen, welche Ueberraschimg uns der nächste Tag bringen wird. Wir wissen nichts Klares über die Jewish Agency und die ganze Sache kommt mir wie eine Improvisation vor. Dank der Stimmung, welche man geschaffen hat, befindet sich die Bewegung in einer gefährlichen Lage. Es ist Tatsache, dass die Bewegung keine Direktiven mehr gibt, sondern umgekehrt. Die Bewegung wählt nicht die Führer, sondern die Führer* zwingen die Bewegung, ihre Pläne anzunehmen. Es ist schon eine Tatsache, dass dieser Kongress einem Ultimatum seitens der Führer gegenübersteht, und verschiedene Landsmannschaften erklären bereits ultimativ, dass sie nur unter diesen oder jenen Bedingungen Geld aufbringen können. Unter solchen Umständen ist es unmöglich, die Frage sachlich zu behandeln, und es ist schwer, übei sie zu debattieren. Man zeigt uns neue Wege und glaubt, dass sie uns Reitling bringen werden. Es fragt sich, ob es auch wirklich ein neuer Weg Ist. Ich glaube nicht, dass dem so ist. Man geht von der gegenwärtigen Lage* aus und glaubt, dass neue Menschen, fremde Herrschaften, fremde Wirtschaften zu uns kommen werden und die Sache erledigt sein wird. Aber das ist ein Irrtum. Wir haben schon mit verschiedenen, ähnlich zusammengesetzten Körperschaften solche Versuche gemacht. Da war zunächst die erste Zion ist Commission, der Waad Kazirim, der uns dann eine Erbschaft hinterliess, von der wir uns noch "heute nicht befreien können. Und dieser Versuch lehrt uns, was Fremdherrschaft und Fremdwirtschaft heisst. * Jetzt kommt man und bringt uns dieselbe Sache als Heilmittel für unsere Not. In den Köpfen unserer Führer besteht aber die Vorstellung, dass wir nicht nur verschiedene Persönlich- •2-6*