Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 290)
- Language
- German, English, Hebrew
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werden sollte, ob man aus Amerika oder einem anderen Lande kommt. Wir hoffen auf diese Weise mehr verantwortliche Menschen heranzuziehen. Da das Wort „Kongress" die Elemente abstösst, die wir gewinnen wollen, und da man den Kongress jetzt nicht verwirklichen kann, haben wir eine Konferenz vorgeschlagen. Mit einer Konferenz kann man mehr Menschen bekommen als mit einem Kongress; man kann dafür in Amerika viele Organisationen gewinnen, deren Vertreter 50 Prozent der Jewish Agency wählen sollten. (Del. Locker: Nach welchem Schlüssel?) Den Schlüssel kann der Kongress nicht beschliessen; wir müssen ihn der Exekutive und dem A. C, die wir wählen und zu denen wir Vertrauen haben, überlassen. Wir haben in Amerika vier Millionen Juden, in der ganzen Welt 16 Millionen. Sollen hundert in die Konferenz gewählt werden, so haben wir 25 zu entsenden. Das sind aber Fragen, die die Exekutive entscheiden muss. Wir halten es weder für notwendig noch für wünschenswert, dass sich der Kongress mit den Details abgibt. Die Grundlage unserer Vorschläge bildet für uns die Konferenz, zu der wir die Vertreter grosser Massen bekommen können, die wir durch unsern politischen Sieg gewonnen haben, die aber bei uns nicht organisiert sind und unsern Kongress nicht beschicken. Vor dieser Konferenz werden die 50 Prozent des Councils, die die Nichtzionisten entsenden, verantwortlich sein, und ich bin überzeugt, dass, je grösser unsere Fortschritte in Palästina sein werden, umso grösser auch die Beteiligung der Juden an dieser Konferenz sein wird. Man sagt, dass ein Konflikt zwischen den einen 50 und den anderen 50 Prozent entstehen wird. Gewiss kann ein Konflikt entstehen, aber die Möglichkeiten zu einem solchen sind sehr klein, weil die Reibungsflächen klein sind. In der Galuth-Politik sind die Reibungsflächen viel grösser. Wenn es sich aber um Palästina handelt, sind die Reibungsflächen kleiner. Für uns ist Palästinanicht nur das geistige Zentrum, sondern der Zukunftsstaat. Ich kann das durch zwei charakteristische Beispiele beweisen. Das eine bezieht sich auf das Haifaer Technikum, welches der „Hilfsverein deutscher Juden4' deutsch haben wollte. Diejenigen aber, die das Geld gegeben haben, haben dagegen protestiert, wie der verstorbene Schiff und der lebende Marshall. (Ruf: Was beweist das?) Das beweist, dass, wenn man zu einer Konferenz kommt, man das Deutschtum oder das Englischtum verliert und zum Hebräischen kommt. Wenn jemand aus Polen kommt, ist er nicht Deputierter oder Senator von Polen, sondern zionistischer Delegierter und Herr Dr. Soloweitschik wird dort * auch nicht Exminister von Litauen sein. Wenn es zu einem Konflikt in einer nationalen Frage kommt, so werden wir sicher bei den Nichtzionisten Unterstützung finden, denn sie sind mehr auf ein geistiges Zentrum angewiesen als wir. WTir können uns übrigens auf unsere Stärke verlassen, die sich in Konflikten bewährt, und ich muss sagen, dass, wer an unsere Kraft nicht glaubt, überhaupt nicht an den Zionismus glaubt. Das andere Beispiel: Herr Grünbaum hat über Galuth-Politik gesprochen. Wir haben keine solche. Trotzdem waren es amerikanische Juden, die die Forderungen der östlichen Judenheit unterstützt und bei den Friedensverhandlungen durchgesetzt haben. „Minderheitsrechte" haben sie erkämpft, von „nationalen Rechten" wollten sie nichts hören, weil ihnen das Wort nicht gepasst hat. So ist es gelungen, alle Menschen zu gewinnen, die früher dagegen waren. Ich meine darum, wenn wir eine solche Konferenz einberufen, dann werden wir die Menschen nicht nur für den Aufbau Palästinas gewinnen, sondern auch für das Aufleben des jüdischen Volkes in den Ländern, wo sich Juden befinden. Der Vorschlag Dr. Soloweitschiks ist in Wahrheit der Vorschlag der amerikanischen Föderation. Und nun zur Frage des Provisoriums. Darin hat Dr. Soloweitschik Recht: wenn man die -Konferenz einberufen will, so wird das lange Zeit brauchen und daher braucht man ein Provisorium. Wie soll dieses Provisorium geartet sein? Es kann sich meiner Ansicht nach bloss 267