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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 261

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 261 (sequence 284)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5392-3481537
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die Welt ergangen sind, haben ihren Geist nicht berührt und ihr Denken "nicht aus seinen Bahnen gelenkt. In der zionistischen Bewegung vernimmt der Jude des Orients die Stimme des Schotars, der den Maschiach ankündigt. Im Waad'Leumi sieht er die Leuchten der Judenheit und im High Commissiorier den König von Israel. Dieses unversehrte und einfache Judentum, das das Erbe der Heiligkeit für die Zukunft bewahrt, leidet in der letzten Zeit nicht weniger als die Juden Russlands und der' Ukraine. Unaufhörliche Pogrome v/erden täglich an den Juden Persiens und des Yemen verübt. Von dieser 'Tribüne, der Tribüne des jüdischen Volkes, protestiere ich mit aller Kraft gegen die Anstifter dieser Pogrome und gegen jene, die uns schützen könnten und es nicht tun. Aber wir wollen uns nicht mit Protesten begnügen. Wir müssen für diesen Teil der Judenheit einen Weg der Rettung und Erlösung linden. Und so, dank der fruchtbaren Arbeit von Dr. Ariel Benzion, des Delegierten des Keren Hajessod im Orient, begannen die Juden des Orients in den letzten Jahren aus ihrem Schlafe zu erwachen und aktiv zu werden. Insbesondere ragen die Familien Sassoon, Kadoorie, Sehe m T o w und andere unter den Juden Mesopotamiens durch ihre gewaltigen Taten hervor. Sie sind schon populär geworden, und viele ■andere sind bereit, für Palästina Grosses zu verrichten. Aber nicht nur materielle Hilfe erhalten wir aus dem Orient, sondern auch Arbeiterkräfte. Zu Hunderten verlassen ganze Familien ihre bisherige Heimat und wandern ohne Vorbereitung und Organisation ins Land ihrer Väter. Diese überstürzte Wanderung bedeutet sicherlich eine Gefahr für die Auswanderer, eine Gefahr für Palästina und für die Zionistische Organisation, die die Verantwortung trägt. Die Einwanderer aus dem Orient sind zu jeder physischen Arbeit geeignet und stellen sich mit Wenigem zufrieden, aber sie gehen in Palästina ohne Arbeit und Unterhalt herum, ohne organisiert zu sein, ohne Beratung oder Unterweisung zu finden. Während die Einwanderer aus dem Westen mehr oder weniger organisiert sind, von Freunden und Institutionen unterstützt, versorgt, mit Arbeit versehen und mit dem Lande vertraut gemacht werden, müssen die Einwanderer aus dem Orient ohne Berater und Helfer, ganz auf sich angewiesen, herumirren. Sie versuchen, a:i die Türe des Bureaus für Einwanderung und Arbeit zu pochen, und vielleicht pochen sie auch zu oft. Aber nicht immer versteht man ihre Sprache und nicht immer weiss man, wie mit ihnen umzugehen und wie sie zu organisieren. So bleiben sie trotz des guten Willens der bestehenden Aemter ohne Arbeit. Und wenn die Leiden zu gross werden, beginnen viele von ihnen In ihre frühere Heimat zurückzukehren und schmähen dann Palästina. Aus diesem Zustande ergibt sich eine grosse Schädigung des Keren Hajessod, der sonst unter den Juden des Orients schöne Fortschritte macht, ergeben sich grosse Schwierigkeiten für die aktiven Zionisten und so die Aufrüttelung jenes Problems, das man die „Frage der Sephardim und AschkenashrT nennt. Die Bewohner Palästinas wissen, dass diese Frage sehr ernst ist und zu unangenehmen Folgen führen kann. Um diese Lage zu verbessern, verlangen die orientalischen Zionisten von. der Zionistischen Organisation: 1. eine erzieherische nationale Propaganda unter den Juden des Orients, um sie für Palästina vorzubereiten: 2. die Verschaffung von Einreisebewilligungen und Organisierung der Einwanderung; * 3. Verschaffung von Arbeitsmöglichkeiten in Palästina durch Leute, die die Juden des Orients verstehen und sie zu organisieren wissen: 4. die Ansiedlung der Geeigneten auf Nationalfondsboden: 5. eine Vertretung der orientalischen Juden in allen unseren 261

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