Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 283)
- Language
- German, English, Hebrew
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traurig, wenn die englische Regierung uns daran mahnen sollte. Man mähst wenn Rechte bereits verletzt, wenn Fristen verstrichen sind. Noch einen wichtigen Punkt will ich hier berühren. Können \v i r selbst ohne die anderen Organisationen Palästina aufbauen oder nicht? Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass wir es nicht können, so müssen wir das tun: und ich muss aufrichtig und offen sagen und ich nehme dje ganze Verantwortung vor der Oeffentlichkeit auf mich: Wir können Palästina nicht allein aufbauen. Ich will mich nicht auf die Schwierigkeiten berufen, die wir in der letzten Zeit hatten. Ich will mich nicht auf dasberufen, was man Krise nennt — das sind vielleicht vorübergehende Sachen. Ich will mich auf etwas berufen, was man uns als erfreulich berichtet hat. Herr Ussischkin erzählt, dass in den letzten Jahren 20.000 Juden nach Palästina eingewandert sind. Wrenn wir in demselben Tempo weiterarbeiten und jedes Jahr 8000 Juden hineinbringen, so brauchten wir, bis wir eine halbe Million Juden hineingebracht haben — es ist eigentlich viel zu wenig — sechzig Jahre. Herr G r ü n b a u m sagt wir können warten. Wenn wir warten könnten, so wäre es mir noch lieber, wenn ich gleich Anhänger der messianischen Idee wäre. Dort kann ich sagen, es kann auch früher sein. Aber wenn wir sagen, wir können warten, so ist das eine Negierung der zionistischen Idee, die darin besteht, dass wir nicht warten können. Aber nehmen wir an, wir können warten. Dagegen ist zweierlei einzuwenden: 1. Es werden im Laufe der sechzig Jahre auch eine halbe Million neuer Araber dort sein; 2. eine Bewegung steht nicht, sie geht entweder vorwärts oder rückwärts. Wenn wir nicht imstande sind, jedes Jahr 50.000 hineinzubringen, so werden wir auch die 8000 nicht hinbringen. Deshalb glaube ich: da wir mit unseren jetzigen Kräften nicht imstande sind, Palästina aufzubauen, müssen wir . eben nach anderen Kräften Jüchen. Herr Professor W eizman n hat gesagt, dass wir in politischer Beziehung Stützen haben müssen. Ich bin kein Politiker. Aber ich glaube, dass es die beste Politik ist, 50.000 Juden jährlich nach Palästina zu bringen. Und wenn man sagt: Woher wissen wir, dass die Anderen uns wirklich diese Möglichkeit verschaffen werden, wer sind diese Anderen, so kann ich darauf zwei Antworten geben: Wir sind verpflichtet, in dem Momente, wo wir uns überzeugen, dass wir mit" eigenen Kräften die Sache nicht machen können, alles zu versuchen, was nur möglich ist. Und zweitens: W7enn die Anderen nicht mitarbeiten wollen, so ist ja die ganze Frage nur theoretisch. Also warum dieser Lärm? Ich hätte noch manches andere Sachliche zu sagen, muss mich aber dem Beschlüsse des Kongresses und der Aufforderung des Herrn Präsidenten fügen. Ich glaube aber, bis zu einem gewissen Grade den Sian d- Punkt der litauischen Z i o n i s t e n aufgeklärt zu haben. (Beifall) Delegierter David Abishar (Mesopotamien, spricht hebräisch): Geehrter Kongress! Es ist schwer, nach den Worten der Kritik mit einer Begrüssung zu beginnen. Aber ich habe die Ehre, dem XIII. Kongress eine herzliche Begrüssung zu überbringen, eine Begrüssung von den Juden Mesopotamiens, deren Delegierter ich bin, und einen Gruss von der Organisation Chaluze Hamisiach, die den einzigen organisatorischen Faktor der Juden des Orients in Palästina darstellt. Auf dem Kongress ist viel über die Judenheit Amerikas, Englands, des europäischen Kontinents usw. gesprochen worden, aber man hat kein Wort über die Judenheit des Orients gehört, nichts über jene eineinhalb Millionen Juden, die ihr festgefügtes Eigenleben führen. Worin besteht das Wesen der Judenheit des Orients? Die Judenheit des Orients hegt in ihrer Mitte den Traum vom Leben unseres Volkes in der fernen Vergangenheit, vom Leben des Volkes Israel in seinem Lande. Die Juden des.Orients haben nur ein Ideal, die Erlösung des Volkes: sie kennen nur ein Land: Erez Israel, und' nur eine Sprache: die hebräische. Die grossen Veränderungen, d:-e iVtei 260