Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 285)
- Language
- German, English, Hebrew
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nationalen I n s t i t u t i o n .e n: in dem Actions-Comite, in der Jewish Agency, in der Leitung des Keren Hajessod und seiner Bureaus, in der Zionistischen Exekutive in Palästina und in den Bureaus für Arbeit und Einwanderung. Nicht der Ehre und des Vergnügens halber verlangen wir dies, sondern um die orientalischen Juden zum Aufbau Palästinas heranzuziehen und zwischen den verschiedenen Gemeinden den Frieden zu stiften, wobei hinzugefügt werden muss, dass diese Beamten in die nationale Arbeit ihre guten Eigenschaften hineinbringen werden, dass sie Ordnung und Sparsamkeit, die wir so sehr brauchen, einführen und den Weg zur Verständigung mit den Arabern vorbereiten werden. Geehrter Kongress! Die Erfüllung dieser Forderungen wird den Juden des Orients eine hohe Genugtuung verschaffen und in ihnen die heilige Pflicht und die gewaltige Energie wecken, die nötig ist, um in dieser grossen Stunde Entscheidendes zu vollbringen. Delegierter Rabbiner Dr. Samuel Daiches (England, spricht deutsch): Geehrter Kongress! Ich habe die Empfindung, dass der Nebel zu zerfliessen beginnt, dass das Sonnenlicht durchbricht und wir klarer zu sehen anfangen. Mein Eindruck ist: je mehr die Debatte sich entspinnt, desto klarer wild es, dass die erweiterte Jewish Agency eine natürliche Notwendigkeit ist. Die Reden, die hier gegen die Erweiterung der Jewish Agency gehalten worden sind, sind nach meiner Meinung der beste Beweis für die Notwendigkeit der Agency. Die Rede des Herrn Grünbaum war eine Oppositionsrede ohne jedes Argument. (Widerspruch.) Das ist meine Ansicht. Die Rede des Herrn Farbstein war eine reine Parteirede ohne jedes Argument. Das Referat des Herrn Soloweitschik war, wenn ich es recht verstanden habe, nichts als eine Staubwolke —- falls er dagegen ist. (Heiterkeit.) Ich weiss nicht, was in seiner Rede „Segen" und was „Fluch" war. (Beifall.) Aber ich weiss, dass die Rede kein einziges Argument gegen die Jewish Agency enthielt. Üeber Herrn Dr. M a r g u 1 i e s wundere ich mich sehr. Er hätte als Jurist wissen müssen, dass man in einem Kontrakt den ganzen Text geben und alle Paragraphen berücksichtigen muss. Wie wäre es dem Herrn Dr. Margulies ergangen, wenn er vor Gericht in Vertretung seines Klienten nur einen halben Paragraphen eines Kontraktes vorgelesen und den anderen halben weggelassen hätte? Wenn jeder Delegierte den Mandatstext vor sich auf dem Pulte gehabt hätte, dann wäre die ganze Diskussion wesentlich kürzer ausgefallen. Denn der Artikel 4 des Mandates ist so klar, dass man sich wundert, dass Meinungsverschiedenheiten über die Notwendigkeit der Erweiterung der Jewish Agency bestehen können. Was sagt er? „Eine angemessene jüdische Vertretung soll als eine öffentliche Körperschaft anerkannt werden zu dem Zwecke, —" be} diesem Worte bricht Dr. Margulies ab — zu dem Zwecke, heisst es weiter, „die Verwaltung Palästinas in solchen wirtschaftlichen, sozialen und anderen Angelegenheiten zu beraten und mit ihr zusammenzuwirken, die die Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte und1 die Interessen der jüdischen Bevölkerung in Palästina "betreffen, und, immer vorbehaltlich der Kontrolle durch die Verwaltung, an der Entwicklung des Landes zir helfen und teilzunehmen." Das heisst, jede Organisation ausserhalb der Zionistischen Organisation, die der Jewish Agency beitritt, übernimmt mit die Obligation, die in diesem Mandate ausgedrückt ist, nämlich an der Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte mitzuarbeiten. (Zustimmung.) Dann kommt aber noch die zweite Hälfte des Paragraphen, die uns, wie ich glaube, nötigt, jetzt schon die Jewish Agency zu erweitern. Sie heisst nämlich: 262