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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 258

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 258 (sequence 281)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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anderen Organisationen einerseits mit der Frage des Weltkongresses und andererseits — worüber man nicht gerne spricht — mit der personellen, der Organisation eilen Frage. Ich glaube, diese Fragen müssen getrennt werden. Wenn man behauptet, dass S o k o 1 o w und Weizmann Autokraten sind und deshalb die Kooperation mit starken Persönlichkeiten, mit Vertretern grosser und starker Organisationen wünschen, so ist das offenbar ein Widerspruch. Noch eine zweite Gefahr droht dabei. Sie wissen, dass wir seit dem Beginne unserer Organisation immer über Autokratie und Despotie geklagt haben. Dr. H e r z l war ein Despot, Wolffsohn war ein Despot, jetzt sind S o k o 1 o w und W e i z m a n n Despoten. Eine Ausnahme bildete nur die kurze Zeit der Berliner Epoche. Damals hat man nicht über Despotie ■ «geklagt, weil damals ein Kollegium von geistig gleich hochstehenden Persönlichkeiten bestand. Es ist schwer, von einem Dr. Herzl zu verlangen, dass seine Individualität nicht hervorbricht, wenn er von lauter kleinen Personen umgeben ist. Wenn man über Weizmann und Sokolow klagt, dass sie Despoten sind, so ist man in Gefahr, dass tlie Nullen, die neben ihnen sind, zum Vorschein kommen. Deshalb ist es nicht praktisch, die personelle, ojganisationelle Frage mit der Frage der Kooperation mit anderen Kreisen'zu verbinden. Eine andere Frage ist die Verbindung der Frage des Weltkongresses mit der Frage der Kooperation. In bezug auf den Weltkongress stehe ich mit beiden Füssen auf dem Boden des Herrn Referenten, ich gehe noch weiter als er. Es gab eine Zeit, wo dieselben Herren, die jetzt für den Weltkongress sind, gegen ihn waren, und zwar aus denselben Gründen, aus denen sie jetzt gegen eine Kooperation mit anderen Organisationen sind. Ich war auch damals ganz für den Weltkongress. Die Folgerungen, die aber daraus gezogen werden, .sind absolut falsch. Sie haben gehört, der Weltkongress Konnte nicht Zustandekommen. Da fragt es sich nun, warum? Der Herr Referent Soloweitschik gibt zwei Antworten darauf: Erstens, weii die Exekutive nicht genug Begeisterimg dafür hatte, und zweitens, weil unser Geschlecht nicht danach geartet ist. Die zweite Antwort gehört in das Gebiet der Mystik und darüber will ich nicht sprechen. Die erste Antwort beruht auf einem faktischen Irrtum. Die Exekutive hat die Frage des Weltkongresses dem Herrn Dr. Soloweitschik zur Bearbeitung übergeben und dieser hat sicherlich genug Begeisterung dafür. Der Grund ist ein anderer und ein viel wichtigerer. Der Weltkongress ist nicht zustandegekommen und wird nicht Zustandekommen, solange er von der Zionistischen Organisation einberufen wird. Sie wissen, eine ganze Reihe von Organisationen haben alte Rechnungen mit unserer Organisation. Sie werden sich erinnern, nach welchen Methoden Z a n g w i 11 auf unseren Kongressen gegen die I C A gekämpft, wie er in der englischen Oeffentlichkeit gegen sie gekämpft hat. Glauben Sie* nicht, dass die ICA das vergessen hat! Sie wird niemals zu einer Konferenz gehen, die von uns allein einberufen sein wird. Die A g u d a s J i s r o e 1 hat auch Rechnungen mit uns. Sie treibt mit uns immer Kuhhandel, und wenn wir sie zu einem Kongress einladen, wird sie Garantien für die Beschlüsse und eine bestimmte Stellungnahme fordern. Der Weltkongress soll und wird einberufen werden. Aber er kann nicht von unserer Organisation allein einberufen werden, sondern nur von der Gesamtheit der Organisationen. Wer für den Weltkongress ist, muss für die Kooperation mit den anderen Organisationen stimmen. Ich verstehe unter einem Weltkongress etwas anderes als Herr Dr. Soloweitschik. Er hat uns die Sache sehr leichi gemacht: ist es nicht hundert, so ist es achtzig oder fünfzig Prozent. Man könnte die Sache noch weiter führen und sagen: vierzig oder dreissig. Er hat auch gemeint, man kann nicht die gleiche Methode für aiie Länder anwenden. Wo wenig Juden sind, dort kann man nicht die allgemeinen Wahlen durchführen, dort muss man die Proportion ändern. Das heisst, wenn in Polen auf 100.000 Juden ein Delegierter zum

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