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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 251

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 251 (sequence 274)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5382-3481527
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als Hüter wohlerworbener Einrichtungen fühlt und glaubt, mit der alten Methode immer wieder unsere Organisation erweitern zu können. Dann wird eintreten, was man im A. C. gesagt hat: Die Konjunktur ist gegen uns, die Zeiten sind schlecht, wir haben keine neuen politischen Erfolge. Das ist der Unterschied zwischen den Zionisten und Nichtzionisten, dass die Zionisten unabhängig waren von den Misserfolgen gerade für die Zeit, wo Misserfolge da waren. Der Zionismus wird, sage ich, dieser Forderung gerecht werden» wenn er die menschliche Forderung an seine Mitglieder stellt. Nicht neues Blut wird ihm zugeführt durch die Erweiterung der Jewish Agency, sondern nur durch die von ihm selbst eingerichteten neuen Möglichkeiten, Propaganda zu machen, die wieder die zersplitterten Teile der zionistischen Welt vereinigt. Der Sinn dieser Propaganda liegt darin, dass der Zionismus die besten Menschen des Volkes immer wieder als Einzelne gewinnt, indem er ihnen die Unzulänglichkeit des Lebens im Galuth zeigt und ihr persönliches Freiheitsgefühl so stärkt, dass sie die* Kraft finden, ganze Zionisten zu werden. Das Problem des Sieges und der Führung liegt in der erhöhten Zahl der Arbeiter, die wir schaffen. Das ist unsere Stärke. Erinnern Sie sich an frühere Kongresse, wo wir stark waren, obwohl gering an Zahl, weil wir an die siegende Kraft glaubten, Menschen umzugestalten. Da waren wir Masse, obschon wir wenige waren. Denn Masse ist der revolutionäre Teil, der durch die gemeinsame Aufgabe, durch den Willen zur Tat sein Massengefühl erwirbt. Durch diese Eigenschaften haben wir Erfolge gehabt. So hat Weizmann seine Erfolge errungen, weil er imstande war, diese zionistischen Kräfte auszustrahlen, diese höchste Kraft, die einer neuen zionistischen Persönlichkeit innewohnt. Da alles darauf ankommt, däss solche Menschen andere gewinnen, haben wir die Garantie, dass er die zionistischen Kräfte siegreich voranführen wird in die neue Jewish Agency und mit ihm die Menschen, die durch die zionistische Bewegung umgestaltet sind. Sie erinnern sich an das Wort M a r s Ii a 11 s, der von „unserem Führer Weizmann" sprach. Das Wrort ist auf dem Kongresse bejubelt worden. Aber es hat nur einen Sinn, wenn die zionistische Bewegung dasselbe fühlt. Eine Erscheinung der Unzulänglichkeit ist es auch, dass man sich bei uns fürchtet, Führertum anzuerkennen, während B ew e g u n g dadurch gekennzeichnet ist, dass Scharen vertrauen lernen, glauben lernen, wie B u b e r sagt, sich vertreten lassen, und F ü hrert u m dadurch gekennzeichnet wird, dass es die Vollmacht dieser Massen, dieser Scharen hat. Der Zionismus hat den Begriff des disziplinierten, dienenden jüdischen Menschen geschaffen, der frei sein will in der Organisation. Er hat den Begriff des Führers geschaffen, während es früher nur Wortführer, Fürsprecher, Scheinvertretung gab. Und so glauben wir heute, an die Erweiterung, an die Zuziehung herangehen zu müssen, weil wir noch an diese wirklichen Kräfte der zionistischen Bewegung glauben. Sind sie nicht vorhanden, dann ist alles ohnehin gleichgültig. Eine Organisation, die lebende Kraft ist, ist nie schutzlos, fürchtet den Zusammenschluss nicht. Wir glauben, dass dieser Kongress seinen Sinn darin hat, dass er trotz aller Spaltungen diese ungeheuren lebendigen Kräfte ins Bewusstsein der Zionisten bringt. Sie sind da: im Pioniertum, in der Jugend, in vielem arideren. Sie wachsen uns heran auch in Amerika, diese neuen Kräfte, die wieder gläubig sind, Intuition haben, sich von Ahnungen leiten lassen. Und eines soll die Organisation heute wissen: Dass neue Menschen, die gewonnen werden, am stärksten gewonnen werden durch die höhere Stufe zionistischer Entwicklung, durch die letzte Leistung des neuen Palästina. Was auf sie wirkt, ist die Erkenntnis, dass die zionistische Idee Menschen umgewandelt hat. Nicht die Organisation als solche gewinnt, sondern die durch die Bewegung Geformten gewinnen. 251

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