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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 248

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 248 (sequence 271)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5379-3481524
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wird uns nicht verraten. Und ihm, nur ihm müssen diejenigen verantwortlich sein, die ihm vorangehen, um in seinem Namen zu sprechen. Delegierter Kurt Blumenfeld (Deutschland, spricht deutsch): Geehrter Kongress! Es besteht der Eindruck, als ob die Debatte über die Jewish Agency jetzt zum zweitenmale geführt würde. Ich glaube: mit Recht, wenn wir auch weiter nur über gewisse Formen dieser Erweiterung sprechen; mit Unrecht, wenn wir uns überlegen, in welcher Weise die Zionistische Organisation weiterbestehen soll. Die Ueberlegung nämlich über die Erweiterung der Jewish Agency muss davon ausgehen, dass die Zionistische Organisation auch in dem erweiterten Kreise notwendig ist. Warum wird sie auch dann notwendig sein? Niemals können alle Mitglieder der Nation bewusst Träger einer nationalen Entwicklung sein. Immer wird nur ein Teil, der die konzentrierte Kraft darstellt, sich bewusst als Träger einer Entwicklung der Nation fühlen. Auch im Weltkongress kann sich die Organisation nicht auflösen. Auch wenn es einen Weltkongress geben sollte, müsste die Organisation als der bewusste Träger dieser zusammengeballten Volkskraft bestehen bleiben. Der Haupteinwand gegen die Erweiterung der Jewish Agency ist die Behauptung, dass bei einer Erweiterung der Jewish Agency die Zionistische Organisation zerstört wird oder sich doch allmählich auflösen muss. Diese Behauptung ist besonders stark von Herrn Grünbaum aufgestellt worden, der meint, dass schon die Politik der letzten Jahre, die sogenannte Bündnispolitik, diese Zerstörung vorbereitet hat und dass die Organisation heute schon durch die bisher verfolgte Bündnispolitik geschwächt sei. Diese Behauptung ist unrichtig. Die tatsächlich vorhandenen Verfallserscheinungen, die sogenannte Krise des Zionismus hat andere Gründe, Gründe, welche nichts zu tun haben mit der Bündnispolitik der letzten Jahre, die nicht erst durch die Balfour-Deklaration und San Remo und auch nicht durch den immer einstimmig vorgebrachten Wunsch hervorgerufen wurde, dass sich andere Kreise an d^r Arbeit beteiligen mögen. Ich möchte Ihnen die Gründe zeigen, die zu den Erscheinungen geführt haben, die gewiss unerfreulich sind und von uns als Verfallserscheinungen bezeichnet werden müssen. Zum Teil sind sie von Herrn Grünbaum selbst in einer der letzten A. C.-Sitzungen vorgebracht worden. Der erste Grund ist die innere Unsicherheit, in der sich die Zionisten seit Jahren befinden. Diese Unsicherheit ist zunächst durch äussere Erscheinungen hervorgerufen worden: durch den Zusammenbruch Europas, durch die von Grünbaum immer wieder betonte reaktionäre Welle, durch die Bankrottstimmung, die in dieser europäischen Welt herrscht und die sich auf den Zionismus überträgt. Diese Unsicherheit zeigt sich in den dauernden Uebertreibungen, mit denen man Erfolg und Misserfolg darstellt. In den Reden hören Sie: Wir sind zusammengebrochen, wir haben versagt usw. Es fehlt die ruhige Verantwortlichkeit, welche sichere Menschen haben. Diese Unsicherheit ist auch nur aus inneren Gründen zu erklären, durch das Ende der alten zionistischen Propagandamethode, jener Methode, die glaubte, dass der Zionismus den Interessen aller dient und dass es nur nötig ist, die Nichtzionisten über gewisse Irrtümer aufzuklären. Diese Propaganda ist an ihr Ende gekommen. Immer mehr hat sich herausgestellt, dass jene recht hatten, die behaupteten, dass der Zionismus keine Bewegung ist, die zwangsläufig Juden nach Palästina führt, sondern dass oft gegen ihre wirtschaftlichen Interessen die Juden aus persönlichem Freiheitsgefühl, aus idealistischen Motiven Zionisten werden müssen; dass nicht nach irgendeinem Gesetze die jüdische Diaspora ausläuft in eine neue zionistische Bewegung, sondern dass der gestaltende Wille einer neuen Bewegung die jüdischen Menschen in Kämpfen und Opfern zu Zionisten macht. Die Unsicherheit, die heute in den zionistischen Reihen herrscht, entspringt nun der Empfindung, dass Neues gesagt werden muss und Neues nicht gekonnt wird. Vergessen ist, dass der Zionismus einmal begann als eine Verneinung dieses Galuth, als eine Absage an die bestehenden Zustände. Und wenn auf diesem 248

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