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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1924-01-01 · 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923 · p. Seite 246

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
Date
1924-01-01
Page
Seite 246 (sequence 269)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476280--5377-3481522
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nach Wegen zu suchen, die im Bereiche der Möglichkeit liegen. Die Notabein, „diejenigen, die den Regierungen nahestehen", werden uns die verschlossenen Tore der Diplomatie nicht öffnen, wie einige von uns zu glauben geneigt sind. Ueberhaupt vermögen die Einzelnen nicht Ströme zu leiten, 'wenn die Bedingungen dazu fehlen. Inden Zeiten des Glanzes verstand es ein Mann, der aus dem chemischen Laboratorium und nicht gerade aus dem Salon der Diplomaten kam, die richtige Stunde zu erfassen und das Schiff in den Hafen zu leiten. In den Tagen des Niederganges muss auch ein Beaconsfield aufs Trockene geraten. Augenblicklich ist uns die politische Konjunktur nicht günstig. Die „Notabein" werden eine bessere nicht aus dem Nichts schaffen, auch wenn sie es wollten. Aber es ist zu befürchten, dass sie es auch dann nicht wollen werden, wenn die geeigneten Bedingungen eintreten. Man ernennt nicht einen Mann zum Steuermann, der seekrank ist, und man kann auch nicht den Aufbau eines Staates Leuten übertragen, die vom Zittern erfasst werden, wenn sie nur das Wort „Staat" hören. Nicht das, was von Illusion im Zionismus steckt, flösst ihnen Furcht ein, sondern der Zweifel, die politische Illusion könnte Wirklichkeit werden. Uns aber ist der politische Gedanke im Zionismus der Lebensquell und ohne ihn wird die ganze Arbeit in Palästina ähnlich den Bemühungen des Mannes, der die Fässer zerbricht, in denen sich sein Wein befindet. Auch in den schlimmsten Zeiten hätten wir unser Schicksal nicht einer Körperschaft anvertraut, die aus der I C A, der A 11 i a n c e und dem Hilfsverein zusammengesetzt wäre. Und diese Gesellschaften hatten wenigstens bares Geld, das in der Kasse war und nicht in „Zeichnungen" bestand. Die Chowewe Zion mit ihren bettelhaften Einnahmen hatten die Stärke und die geistige Kraft, vor dem Erbauer des Jischuw — der selbst Gey hergegeben und nicht bloss anderen geraten hatte, es zu geben, — aufrecht dazustehen. Und dieses S'e 1 b s t b e w u s s t s e i n hat" den Zionismus geschaffen, jene% Zionismus, der uns, den Armen, und nicht den Notabein, die Deklaration anvertraute und die Vollmacht, im Namen des Volkes zu sprechen. Diesen Schlüssel sind wir jetzt bereit, anderen zu übergeben, die vor unseren Augen die Tore schliessen werden, die wir geöffnet haben. Die neuen Kräfte, denen der politische Gedanke fremd ist, werden weder für die Rechte der hebräischen Sprache noch für eine Erweiterung der politischen Rechte noch für eine Erweiterung der Einwanderung kämpfen. Unsere Kraft wird durch sie geschwächt werden. Schon ihre Passivität wird ein Unglück für uns bedeuten. Sie können aber auch aktiv werden. Noch erinnern wir uns der Taten des Hilfsvereins und ähnlicher „Löwen". Sylvain Levy, das unschuldige Lämmchen in unserer Mitte, enthüllte sich plötzlich, sobald der Wind von aussen anders wehte, als reissender Wolf. Die Liste könnte fortgesetzt werden, wenn ich auf Einzelheiten eingehen wollte. Der Zionismus lebt durch die Kraft seiner spezifischen Ideologie. Wenn wir unser Los einer Kolonisationsgesellschaft anvertrauen, schwächen wir schon diese Kraft. Aber wir wollen dieser Gesellschaft auch noch eine politische Kraft verleihen, die imstande ist, in gewissen Momenten gegen die politische Kraft zu wirken, die im Zionismus verborgen ist, oder sie jedenfalls zum Schweigen zu bringen. Ohne den politischen Gedanken fehlt auch das notwendige ökonomische Verständnis für den Aufbau Palästinas. Ohne eine nationale Philosophie, die in der Zeit des Kampfes geschaffen wird und zur Herrschaft gelangt, hat unser ganzes ökonomisches System keine Grundlage. Wir müssen grosse Summen ä fonds perdu anlegen, so wie es Frankreich bei der Wiederaufrichtung der zerstörten Kriegszone tut, indem es diese Summen dem Steuerzahler und nicht dem einzelnen Bauern auferlegt. Für alltägliche Dinge müssen wir Altertumswerte bezahlen und von Heiligtümern nehmen wir die Bausteine für Pferde- und Viehställe. Auch der palästinensische Rationalismus hat eine irrationale Grundlage und keine Wirklichkeit wird ohne Träume aufgebaut. Menschen ohne vierzig Grad Wärme sind überhaupt nicht geeignet, Palästina aufzubauen, und bei 38 Grad Wärme beginnt man erst die Arbeit der anderen zu verstehen. Ein solcher Gedankengang verlangt Gewöhnung und Zeit. Wenn die neuen Kräfte 248

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