Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 13 (1924) Karlsbad, 6. bis 18. August 1923
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 268)
- Language
- German, English, Hebrew
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dass die Diskussion im Plenum und die Arbeit in der Kommission geführt werde. (Lebhafter Beifall.) Vizepräsident Motzkin: Ich erteile das Wort Herrn Stricker als Vorsitzendem des Permanenzaussehusses. Mitglied des A. C. Robert Stricker (beifällig begrüsst): Ich habe eine Mitteilung im Namen des Permanenzausschtisses zu machen. Der Permanenzausschuss hat einstimmig beschlossen, dem Kongresse den Antrag zu unterbreiten, den Permanenzausschuss als Kommission für die Jewish Agencyzu erklären. Ich bitte Sie, diesen Antrag des Permanenzausschusses anzunehmen. Vizepräsident Motzkin: Ich bringe den Antrag zur Abstimmung. (Nach vorgenommener Abstimmung: > Der Antrag ist a n g e n o m m e n. Geehrter Kongress! Wir gehen laut dem von Ihnen gefassten Beschluss direkt zur Debatte über den eben gehörten Vortrag über. Wir haben von den Landsmannschaften, Delegationen und Fraktionen 18 Redner bereits auf der Liste, ausserdem sind 17 Einzelredner vorgemerkt. Die Ansicht des Präsidiums geht dahin, dass wir die Redezeit einschränken, damit wir allen Teilen gerecht werden. Es liegt ein Antrag vor, dass wir als Redezeit 20 Minuten festsetzen. Dazu ist Ihre Zustimmung erforderlich. Ich frage den Kongress, ob er damit einverstanden ist. (Nach erfolgter Abstimmung:) Der Antrag ist angenommen, Delegierter Ör. S. Rosenbaum (zur Geschäftsordnung): I$h möchte beantragen, dass auch den kleinen Landsmannschaften die Möglichkeit der Teilnahme an der Debatte gewährt wird. Vizepräsident Motzkin: Herr Dr. Rosenbaum meint, dass die Landsmannschaften das Recht haben sollen, Vertreter in die Debatte zu entsenden, ohne Rücksicht auf die Zahl der Delegierten. Wir sind auch gestern in dieser Richtung nicht so streng gewesen, und ich glaube, dass der Wunsch des Herrn Rosenbaum berücksichtigt werden kann. Delegierter Izchak Wilkansky (Hitachduth, Polen, spricht hebräisch): Ich sehe die Frage vor mir, vor wem die Jewish Agency verantwortlich sein soll und welche Garantien der Zionistischen Organisation gegeben werden sollen, aber ich glaube, dass wir in diesem Augenblick nicht in technische Einzelfragen eingehen können und uns darauf beschränken müssen, unsere prinzipielle Stellung zum Hauptproblem festzulegen. Die Erklärungen, welche der Präsident der Organisation und der Vorsitzende der Exekutive bezüglich der Zusammensetzung der Jewish Agency abgegeben haben, haben uns nicht beruhigt. Die bestgemeinte Tendenz kann zu unerwünschten Folgen führen, wenn die Prinzipien des Zionismus verletzt werden. Wir erkennen die Schwere der Stunde, die vor uns steht. Auch wir häben keine Zeit zu warten. Wir sind ungeduldig und möchten einen Sprung wagen, aber wir fürchten uns vor Sprüngen, die uns durch ihre allzu grosse Schnelligkeit übers Ziel bringen könnten. Wir begrüssen jede arbeitende Kraft, die sich uns anschliesst, aber wir müssen mit übertriebenen Hoffnungen vorsichtig sein, die auf äussere Kräfte gesetzt werden. Für den Hungrigen ist es besser, die bittere Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist, als sich mit einer Fata morgana zu beruhigen. Wir haben uns bereits von wirren politischen Träumen betören lassen, die in Enttäuschung endeten — meiner Meinung nach — mehr infolge der Macht der Zeitereignisse, die uns verraten haben, als infolge Nachlässigkeit unserer diplomatischen Führer. Aber schaffen wir nicht selbst wirre Träume. Auch das Hirn des Volkes hat eine begrenzte Aufnahmsfähigkeit, und wenn wir es mit übertriebenen Hoffnungen erfüllen, werden wir ihm keinen Platz lassen, 245